Exhibitionist geschnappt: Theiss stellt Sextäter

Die Münchner Kick-Box-Weltmeisterin hilft einer Frau, die von einem Exhibitionisten bedrängt wird – andere Passanten sahen weg
| Matthias Kerber
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Stellte einen Exhibitionisten: Kickbox-Weltmeisterin Christina Theiss.
Daniel von Loeper Stellte einen Exhibitionisten: Kickbox-Weltmeisterin Christina Theiss.

Die Münchner Kick-Box-Weltmeisterin hilft einer Frau, die von einem Exhibitionisten bedrängt wird – andere Passanten sahen weg.

MÜNCHEN - Courage zeigt KickBox-Weltmeisterin Christine Theiss regelmäßig im Ring, doch sie hat auch eine Form der Courage, die viel wichtiger ist: Zivilcourage.
Die 32-Jährige rettete im vergangenen August eine ältere Frau, die an der Isar von einem Exhibitionisten bedrängt worden war.

„Ich war um zehn Uhr morgens mit meinen beiden Boxerhunden an der Isar in der Nähe des Tierparks spazieren, als mir eine vollkommen verängstigte Frau entgegenkam, die auf einem Mann zeigte, der sie verfolgen würde. Der Mann kam dann vollkommen nackt auf uns zu und spielte an sich rum”, sagte Theiss der AZ.

Die Kickboxerin begleitete dann die Frau an einen sicheren Ort. Anschließend drehte sie um und wollte den Mann stellen. „Das war ein ziemlicher Brocken, da weiß man ja, nie, was der alles anstellt. Als er mich sah, kam er gleich wieder auf mich zu, brüllte dauernd ,ficken, ficken, ficken’ und onanierte dabei. Er ließ sich auch von meinen Hunden nicht abschrecken, er kam bis auf einen halben Meter auf mich zu”, erinnert sich Theiss.

Die promovierte Ärztin rief daraufhin per Handy die Polizei, und teilte dies dem Sexualtäter auch mit. „Auch das hat ihn nicht gestört, er folgte mir und masturbierte dabei weiter. Ich habe dann per Telefon der Polizei genau gesagt, wo wir hingehen”, so Theiss weiter. „Ich habe auch gleich ein Foto von dem Kerl gemacht, damit ich ein Beweismittel habe. Er hat richtig für das Bild posiert und war mächtig stolz auf sich.”

Die Polizei war dann auch sehr schnell mit mehreren Streifenwagen vor Ort, auch die Kriminalpolizei war bei dem Einsatz sofort unterstützend dabei, der Mann, ein Tourist aus dem Ausland wurde umgehend festgenommen. Die Erklärung des Exhibitionisten für das bizarre Verhalten: Angeblich dachte er, dass es sich um ein FKK-Gelände handeln würde. „Sein Verhalten hatte aber nichts mit FKK zu tun. Er hat Grenzen überschritten und auch vollkommen ignoriert, dass ich mehrfach nein gesagt habe und das nicht will”, sagte Theiss.

„Ich war gespannt wie eine Feder, wenn er mich angelangt hätte, dann hätte es richtig gescheppert. Meine Hunde, die an sich lammfromm sind, wären sicher steil gegangen, wenn ich attackiert worden wäre.” Eigentlich sollte der Prozess in dieser Woche stattfinden, doch der Termin wurde von der Staatsanwaltschaft gestern auf März verschoben. „Die Polizei war sehr dankbar dafür, dass ich ein Foto gemacht habe, da so der Tatbestand unmissverständlich sichtbar ist”, sagt Theiss, die gesteht, dass sie bei der Unterzeichnung des Polizeiprotokolls „gezittert” habe wie „Espenlaub”. „So etwas will man nie erleben, es war eine sehr unangenehme Situation”, so die Kickboxerin.

Sie hat Zivilcourage bewiesen, erschüttert war sie über die mangelnde Bereitschaft anderer Spaziergänger, ihr zu helfen. „Ich ging da lang, hinter mir ein Mann, der mich mit erigierten Penis verfolgt an sich herumspielt. Uns kamen mehrere Menschen entgegen, nicht einer hat gefragt, ob ich Hilfe brauche oder was denn da überhaupt los sei. Es haben alle nur weggeschaut.” „Ich kann nur appellieren: fragt lieber einmal zu oft als zu wenig nach, wenn euch was verdächtig vorkommt.”

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