Er zündelte Stand auf dem Münchner Viktualienmarkt an - jetzt Prozess

Der Mann zündelt am Viktualienmarkt und in den Wohnungen von Bekannten. Der Schaden: 169.000 Euro. Er soll in die Psychiatrie.
| Torsten Huber
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Feuer am Viktualienmarkt. Die Münchner Feuerwehr löscht in der Nacht zum 28. Dezember 2012 das Feuer. Der Brandstifter steht ab Dienstag vor Gericht.
Berufsfeuerwehr München Feuer am Viktualienmarkt. Die Münchner Feuerwehr löscht in der Nacht zum 28. Dezember 2012 das Feuer. Der Brandstifter steht ab Dienstag vor Gericht.

München - Um die Weihnachtszeit 2012 geht die Angst unter den Standlleuten am Viktualienmarkt um. Zwei Mal zündet ein Brandstifter den Schwammerl- und Deko-Stand von Renate Z. an. Markt-Sprecherin Elke Fett sagt damals: „Der Schock sitzt tief!“

Aus Furcht vor dem Feuerteufel engagieren die Marktkaufleute einen privaten Sicherheitsdienst. Am kommenden Dienstag muss sich der arbeitslose Besnik B. (30) wegen schwerer Brandstiftung vor der 12. Strafkammer beim Landgericht München I verantworten.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf zirka 169000 Euro. In seinem Fall geht es aber nicht um eine Gefängnisstrafe. Besnik B. leidet an einer psychischen Erkrankung. Die Richter müssen entscheiden, ob der Mann aus dem Kosovo in eine geschlossene Psychiatrie muss.

Aus dieser Einrichtung wird er erst entlassen, wenn er nicht mehr gefährlich ist. Erstmals schlägt Besnik B. am 16. Juni 2012 gegen 15 Uhr zu. Er legt in dem Apartment eines Bekannten Feuer in einem Beutel mit Altpapier.

Schnell schlagen die Flammen auf die Wohnung über. Der Schaden: zirka 54000 Euro. In der Nacht zum 22. Dezember 2012 zündet er auf dem Viktualienmarkt die Weihnachtsgestecke im Standzelt von Renate Z. (51) an.

Sie verkauft Pilze aus aller Welt, Beeren, Marmeladen und Deko-Artikel. Zur ihrer Kundschaft gehören Spitzenköche und das Luxus-Restaurant Tantris. Zum Glück regnet es in dieser Nacht stark und es bricht kein Brand aus.

Der Sachschäden beträgt zirka 10000 Euro. Fünf Tage später zündet er im Schlafzimmer eines weiteren Bekannten die Matratze an. Rasch breitet sich das Feuer aus und zerstört die Wohnung. Die Schadenshöhe liegt in diesem Fall bei rund 75000 Euro.

In der Nacht zum 28. Dezember 2012 steckt er erneut die Weihnachtsdeko im Zelt von Renate Z. an. Diesmal brennt der Verkaufsstand völlig aus. Schaden: zirka 30000 Euro. Renate Z. bricht in Tränen aus, als sie am Morgen vor ihrem zerstörten Stand steht.

Sie sagt damals. „Ich lass’ mich zwar nicht so schnell unterkriegen. Aber wenn der das noch einmal macht...“ Aufgrund der DNS an den Tatorten kommt die Polizei bereits Ende Februar 2013 auf die Spur von Besnik B. Zunächst bestreitet er die Tat.

Schließlich gesteht er. Er sei obdachlos, habe kein Geld und sei psychisch am Ende. Den Stand von Renate Z. habe er angezündet, weil ihre Tochter kein Interesse an ihm gezeigt habe. Derzeit ist Besnik B. in der Isar-Amper-Klinik in Haar untergebracht.

 

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