Ein neues Zuhause für Radio Lora

Der links-alternative Sender Radio Lora zeigt sich glücklich über den Umzug von Haidhausen an die Schwanthalerstraße.
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Das ist das Studio von Radio Lora in Haidhausen – allerdings nicht mehr lange.
AZ-Archiv 2 Das ist das Studio von Radio Lora in Haidhausen – allerdings nicht mehr lange.
Das ist das Studio von Radio Lora in Haidhausen – allerdings nicht mehr lange.
AZ-Archiv 2 Das ist das Studio von Radio Lora in Haidhausen – allerdings nicht mehr lange.

Ludwigsvorstadt - Es ist vielleicht nicht das Herz des links-alternativen Münchens, aber sicherlich eine ihrer wichtigen Stimmen: Radio Lora. Seit 21 Jahren sendet das Bürgerradio, das im letzten Jahr einen der Presseplätze beim NSU-Prozess zugelost bekommen hat, abends auf der 92,4.

Bislang wurde das Programm von Haidhausen aus gemacht. Doch jetzt wird umgezogen: Mit den neuen Räumen an der Schwanthalerstraße beginnt für Radio Lora ein neues Kapitel. 16 Jahre war Lora Mieter der Arbeiterwohlfahrt Awo an der Gravelottestraße, doch die mussten ihnen im Frühsommer wegen Eigenbedarfs kündigen.

Dietmar Freitsmiedl (46), Chef und einziger Festangestellter beim Bürgerradio, findet das in Ordnung – die Awo hatte selbst Platzprobleme. Bezahlbare neue Räume waren sogar relativ schnell gefunden. Das Problem: Sie waren mit 250 Quadratmetern zu groß. Lora brauchte einen Untermieter, „eine schwierige Geschichte“, sagt Freitsmiedl. Viele kleine Vereine konnten sich die Miete nicht leisten. Inzwischen hat sich aber eine Ateliergemeinschaft gefunden, der Mietvertrag ist endlich fix.

Der Umzug ins neue Lora-Büro kann jetzt langsam anlaufen, ab Ende Februar wird von der Schwanthalerstraße 81 gesendet. „Grundsätzlich freuen wir uns“, sagt Freitsmiedl, „Haidhausen ist schön, aber da, wo wir uns sehen, als politisches Radio, sind wir an dem neuen Standort besser aufgehoben.“ Viele der Organisationen, denen das Radio politisch nahe steht, werden in der Ludwigvorstadt in Fußnähe sein: Gewerkschaftshaus, Mieterverein oder EineWelt-Haus.

Nur der Umzug selbst macht der Redaktion Sorgen: „Da graut’s uns vor“, sagt der Lora-Chef. Die Technik ist teilweise fast so alt, wie Lora selbst. Dazu kommt: Von den 250 Lora-Mitarbeitern sind „99 Prozent“ ehrenamtlich dabei. Wenn dann aber erst mal alle Kisten umgeräumt sind, können die Radiomacher nach vorne schauen. Müssen sie auch, denn der Medienwandel geht an dem großteils von Spenden finanzierten Bürgerradio nicht vorbei.

Wie die Zukunft aussehen wird, das weiß Freitsmiedl noch nicht. Sicher ist, dass Lora sich weiter seinen alternativen Blick behalten will. „Gegenöffentlichkeit“ ist das Stichwort, das Freitsmiedl immer noch mag.

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