Ehrenrettung für einen Bahnübergang

Wie ein Bahn-Übergang zu Unrecht beschuldigt wurde - und doch ein sehr unselbstständiges Auto der originelle Verspätungsgrund war.
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Immer wieder ein Quell der Freude: Reisen mit der Bahn.
Immer wieder ein Quell der Freude: Reisen mit der Bahn.

Maxvorstadt - Abends im Zug ab München Hauptbahnhof. Kurz nach Tutzing bleibt er im Wald stehen. "Meine Damen und Herren, wir können leider wegen des vor uns befindlichen Bahnüberganges nicht weiterfahren, der ist heut schon den ganzen Tag ziemlich gestört", sagt der Schaffner. Kennt man, jeder hat mal einen schlechten Tag. Aber der betreffende "befindliche" Bahnübergang scheint im Moment grad völlig und nicht nur ziemlich gestört zu sein.

Fünf Minuten später. "Meine Damen und Herren, der vor uns befindliche Bahnübergang ist gar nicht schuld", sagt der Schaffner hörbar erleichtert, zur Ehrenrettung und Rehabilitation des Übergangs beitragen zu können. "Ein Auto ist beim Übergang von der Straße abkommen und steckt jetzt im Schotter zwischen den Gleisen, woraus es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann. Der Übergang hat deswegen völlig richtig und zu recht angezeigt, dass der Zug jetzt nicht weiterfahren kann." Braver Übergang. Aber natürlich doofes Auto. Der Schaffner weiter: "Wir haben die Feuerwehr und die Streckenkrisenmanager alarmiert." Hinter mir greift eine Frau zum Telefon: "Esst ohne mich. Ich weiß nicht, wann ich heute komme. Aber eins weiß ich: Nie, nie, nie wieder nehme ich den 18.32-Uhr-Zug. Auf dem liegt ein Fluch." 

Und nochmal 15 MInuten später wieder der Schaffner, diesmal sehr stolz: "Was haben wir für ein Glück: Jetzt sind die Baumaschinen, die gerade den Bahnhof Tutzing umbauen, gekommen und haben das Auto rausgeschaufelt. Also die Baumaschinen der Bahn. Unsere Bahn-Baumaschinen!" 

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