DGB bietet den Flüchtlingen Hotelzimmer an

DGB-Chef Matthias Jena macht den Flüchtlingen ein großzügiges Angebot: 15 bezahlte Hotelzimmer und freies Geleit, wenn sie das Gewerkschaftshaus freiwillig verlassen.
| Anne Kostrzewa
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m Partykeller des DGB-Hauses verhandelt DGB-Boss Matthias Jena mit den Flüchtlingen. Vier Dolmetscher übersetzen (Englisch, Französisch, Urdu, Farsi).
Katharina Alt m Partykeller des DGB-Hauses verhandelt DGB-Boss Matthias Jena mit den Flüchtlingen. Vier Dolmetscher übersetzen (Englisch, Französisch, Urdu, Farsi).

Ludwigvorstadt - In die Verhandlungen mit den Asylsuchenden hat sich am Donnerstagnachmittag DGB-Chef Matthias Jena (52) persönlich eingeschaltet. Im Partykeller des DGB-Hauses an der Schwanthalerstraße, den die Flüchtlinge seit Dienstag besetzen, machte er ein großzügiges Angebot: 15 Hotelzimmer sind für die Flüchtlinge in Bahnhofsnähe reserviert.

Der DGB übernimmt die Kosten.

Alternativ können die Flüchtlinge kostenlos in der Zeltstadt des Kreisjugendrings im Kapuzinerhölzl schlafen.

In beiden Fällen garantieren DGB, Polizei und Stadt freies Geleit. Ohne Kontrollen.

„Sie haben uns in den meisten politischen Fragen auf Ihrer Seite“, versicherte Jena. Vier Dolmetscher übersetzten ins Englische, Französische, Farsi und Urdu. „Aber ich bitte Sie: Verspielen Sie nicht die bisherigen Sympathien.“

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Jena weiter: "Wir haben Sie gerne aufgenommen, aber wir sind sensibel, wenn wir den Verdacht haben, wir werden instrumentalisiert oder gar besetzt. Das werden wir auf Dauer nicht akzeptieren.“

Er ergänzte: „Ihre Forderungen werden nicht umso mehr unterstützt, je länger Sie hier im Haus bleiben – im Gegenteil.“

Der bayerische DGB-Boss übte auch Kritik am Innenministerium. Es lege eine „nicht akzeptable Verweigerungshaltung“ an den Tag. Die Verbesserung der Situation der Flüchtlinge sei Aufgabe der Staatsregierung.

Die Flüchtlinge, die sich Non-Citizens (Nicht-Bürger) nennen, diskutierten sofort über das Angebot.

Bislang hat die 55-köpfige Gruppe aus Asylsuchenden und ihren Unterstützern erklärt, im DGB-Haus bleiben zu wollen, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Diese lauten: Aufhebung der Residenzpflicht und des Arbeitsverbots, Annahme ihrer Asylanträge, Schließung aller Asylsuchenden-Lager und Abschaffung der Essenspakete.

Und was ist, wenn die Flüchtlinge das Angebot ablehnen? Matthias Jena: „Dann verhandeln wir weiter“.

 

 

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