Das Osram-Haus könnte abgerissen werden

Das Osramgelände wird bebaut. Nach langer Wartezeit soll es nun endlich losgehen, doch das denkmalgeschützte Osram-Haus steht auf der Kippe.
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Das Osram-Gelände: Die Weiterentwicklung des Areals geht endlich voran.
Anne Hund Das Osram-Gelände: Die Weiterentwicklung des Areals geht endlich voran.

Untergiesing - Feinstaub, eine siebenspurige Straße, Verkehrslärm und ein Tunnelprojekt in der Schwebe: Eigentlich hört sich die Beschreibung für eins von Münchens neuesten Wohngebieten nicht gerade nach Premiumlage an. Trotzdem ist das ehemalige Osram-Gelände gerade heuer ein heiß diskutiertes Pflaster. Jetzt zeichnet sich ab, was dort passiert.

In München ist Wohnraum Mangelware, deshalb sind sogar Flächen an der Ringauffahrt begehrt. Vor allem wenn sie wie das 32 000 Quadratmeter große frühere Osram-Areal in Untergiesing gelegen sind. Nicht nur die Anbindung an den Verkehr ist dort äußerst gut, auch die Nähe zum Naherholungsgebiet Flaucher ist ein unschlagbarer Standortfaktor.

Bereits 2012 hatte der Leuchtmittelhersteller Osram angekündigt, seine Firmenzentrale von der Hellabrunner Straße 1 in die Parkstadt Schwabing verlegen zu wollen. Nach knapp 50 Jahren verkaufte das Unternehmen sein Grundstück im Oktober 2014 an die Unternehmensgruppe AGB. Seither liegt das aufgelassene Firmengelände brach. Der Immobilienkonzern hat jetzt im Vorfeld des städtebaulichen Wettbewerbs für das Areal, der im Oktober dieses Jahres ausgeschrieben werden soll, seine Planungen vorgestellt.

30 Prozent der mehrgeschossigen Wohngebäude sollen geförderter Wohnungsbau sein. Zusätzlich soll es Tiefgaragen und Kindertageseinrichtungen geben. Vor allem das denkmalgeschützte Osram-Haus aber, ein Büroturm aus dem Jahr 1965, macht Probleme. Das vom Architekten Walter Henn, Begründer der Braunschweiger Schule, entworfene Verwaltungsgebäude gehört zu den herausragenden Bauten der Nachkriegsmoderne. Die charakteristische Aluminium-Glas-Vorhangfassade müsste umfassend instand gesetzt werden. Laut Bauträger ein schwieriges Unterfangen.

Aus diesem Grund gibt es zwei Varianten, wie das Gelände in Zukunft aussehen könnte. Einer sieht vor, dass alle Gebäude – auch das Osram-Haus – abgerissen werden. Bei der zweiten Variante soll untersucht werden, wie das Haus in neuer Nutzung in das Gesamtkonzept integriert werden kann.

Mit diesen Neuigkeiten dürften nicht alle einverstanden sein. Schon vor zwei Jahren hatte die „Aktionsgruppe Untergiesing“ Befürchtungen zu Luxussanierung und Gentrifizierung auf dieser Fläche geäußert. Sie fürchtet die Auswirkungen auf den Mietspiegel, wenn in dem neuen Quartier mit 370 Einheiten für 850 Neu-Untergiesinger vor allem hochpreisige Wohnungen entstehen.
Am Dienstag, 12. Mai findet in der Grundschule am Agilolfingerplatz um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung des Bezirksausschusses zu dem Thema statt.

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