Das letzte Idyll der Altstadt wird zur Baustelle

Im Innenhof des Radspielerhauses im Münchner Hackenviertel soll ein Geschäftshaus mit Garage entstehen. „Hopefully wird im Sommer gebaut“, sagt die Eigentümerin.
| Michael Graeter
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Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel – hinten die Häuser vom Asamhof.
SZ Photo / Hess, Catherina 8 Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel – hinten die Häuser vom Asamhof.
Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Daniel von Loeper 8 Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Daniel von Loeper 8 Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
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Daniel von Loeper 8 Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Daniel von Loeper 8 Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.
Daniel von Loeper 8 Fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies: Der verwunschene Radspielergarten im Hackenviertel.

München - Zugegeben, das Kleinod liegt versteckt. Aber fast jeder Münchner kennt das letzte Altstadt-Paradies, den entzückenden Radspieler-Garten des frühklassizistischen Stadt-Palais (ursprünglich das Haus der Grafen Rechberg) in der Hackenstraße. Es ist 1000 Quadratmeter Münchner Seele pur. Eine Sehenswürdigkeit für sich.

Wo eine Steintafel an Heinrich Heine erinnert, der ein Jahr dort gewohnt hat und keine Professur für deutsche Literatur an der Münchner Uni wegen antiklerikaler Einstellung bekam, dort hinter der gelben Fassade lockt: urige Flora mit altem Baumbestand, wo auf den verwitterten Rinden das winzige Naturschutz-Warndreieck festgeschraubt ist, ein unter Denkmalschutz stehender barocker Brunnen mit Engels-Putto, der den niedlichen Mund zum Wasserspeien geformt hat, und eben die himmlische Stille mitten im lärmenden München.

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Mancher Wirt hat von diesem Garten Eden schon geträumt und die Restaurant-Terrasse vor Augen, aber sich immer den Mund verbrannt.

Mit Argusaugen schauen die zum Teil prominenten Asam-Anwohner auf die weißblaue Laube – und klagen, wenn nicht alles so bleibt, wie es ist. Denn die Idylle ist bedroht. Gerüchte kursieren, ernstzunehmende. Unter anderem heißt es, dass dort ein schmuckes Stadthotel errichtet werden soll.

Dem ist nach AZ-Anfrage bei der Lokalbaukommission nicht so, aber eine andere Immobilien-Idee ist in vollem Gange. Auf dem östlichen Teil des Radspieler-Parks soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen.

Thorsten Vogel vom Planungsreferat bestätigt der AZ: „Der Bauantrag ist für so ein Projekt gestellt worden. Die Sache läuft. Ende Januar findet die HDS statt und dann wird entschieden.“ HDS? Das heißt Sitzung des Denkmalschutzes und des Heimatpflegers. Wenn man sich nicht an der City-Oase vergeht, bleibt kaum Platz.

Laut der Stadt München ist die Antragstellerin des Bauvorhabens Medien-Unternehmerin Maria-Theresia von Seidlein, Enkelin des „SZ“-Mitbegründers Franz Josef Schöningh, die für die Erben-Familie agiert, den Spitznamen „Mücki“ trägt und gern ihre Brüder zitiert: „Die Mücki macht das schon.“

Die AZ fragte bei Mücki nach: „Der 30-jährige Krieg mit der anderen Erbengemeinschaft und dem Landesamt für Denkmalschutz ist vorbei“, verkündet von Seidlein. „Dort hinten ist eine Ruine, die vor sich hinbröselt. Wir werden die Fassade renovieren und wollen ein Wohnhaus mit Tiefgarage errichten. Geplant waren 28 Stellplätze. Jetzt sind es nur zwölf.

Hopefully wird im Sommer gebaut.“

Das Palais, das den Märchenpark abschirmt und bis heute ein „Geschäft für gehobene Inneneinrichtung“ ist, stammt von Vergolder Joseph Radspieler, Spross einer Altmünchner Möbelhersteller-Familie, der mit einem Bauchladen für Bilderrahmen begann und während seiner unaufhaltsamen Karriere das Privileg „Königlich Bayerischer Hoflieferant“ verliehen bekam.

Radspieler, einst ein Verleger des „Bayerischen Kuriers“, schuf seinerzeit den Thronsessel des Königs und erhielt einmal von König Ludwig II eine schriftliche Rüge, „doch endlich pünktlich zu liefern“.

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