Confiserie Rottenhöfer: Die letzten Tage

Im Konditorei-Café Rottenhöfer gehen nur noch bis zum 30. Juni Kuchen und Pralinen über die Theke. Die Kundschaft ist traurig
| Laura Kaufmann
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Helga Fischer, Hoteliere (r.), mit Brigitte Greif, Hausfrau: „Wir als echte Münchnerinnen kennen das Rottenhöfer schon lange. Das beste Café der Stadt. Sehr schade, aber man kann es verstehen, dass sich der Laden wesentlich gewinnbringender vermieten lässt.“
Martha Schlüter 3 Helga Fischer, Hoteliere (r.), mit Brigitte Greif, Hausfrau: „Wir als echte Münchnerinnen kennen das Rottenhöfer schon lange. Das beste Café der Stadt. Sehr schade, aber man kann es verstehen, dass sich der Laden wesentlich gewinnbringender vermieten lässt.“
Waldtraut Neubert (l.): „Meine Mutter hatte ihren ersten Verehrer hier, einen Konditor – und ich habe die Hubertustorte geliebt.“
Margit Schmuck:„Schade. Das Rottenhöfer ist halt aus der Zeit gefallen, die junge Generation kennt das nicht mehr. Es geht ein altes Stück München verloren.“
Martha Schlüter 3 Waldtraut Neubert (l.): „Meine Mutter hatte ihren ersten Verehrer hier, einen Konditor – und ich habe die Hubertustorte geliebt.“ Margit Schmuck:„Schade. Das Rottenhöfer ist halt aus der Zeit gefallen, die junge Generation kennt das nicht mehr. Es geht ein altes Stück München verloren.“
Marcus Thumshirn (47), Rechtsanwalt: „Ich finde es gar nicht gut, dass das Rottenhöfer schließt – es ist ein alteingesessenes, traditionelles Café. Und es hat fast die besten Pralinen der Stadt. Einmal in der Woche bin ich mittags hier, um ein Stück Kuchen zu essen.“
Martha Schlüter 3 Marcus Thumshirn (47), Rechtsanwalt: „Ich finde es gar nicht gut, dass das Rottenhöfer schließt – es ist ein alteingesessenes, traditionelles Café. Und es hat fast die besten Pralinen der Stadt. Einmal in der Woche bin ich mittags hier, um ein Stück Kuchen zu essen.“

ALTSTADT Von einer Untergangsstimmung ist in der Confiserie Rottenhöfer und im angeschlossenen Café Hag nichts zu spüren. Freundlich und professionell grüßen die Verkäuferinnen hinter der Theke die Kunden. In den Vitrinen glänzen große, kleine, runde, bunte Pralinen, Hausmannskuchen und kunstvoll getürmte Torten.

Einige Tische sind besetzt mit Gästen, die sich leise unterhalten, vom Kuchen naschen und in ihren Kaffeetassen rühren. „Wir von der Akademie der Bayerischen Wirtschaft sind alle todtraurig, wir holen hier immer unsere Kuchen“, sagt eine junge Frau, die mit einem in Papier eingeschlagenen Päckchen in der Hand gerade die Confiserie verlässt. Viele Passanten bleiben vor dem Schaufenster in der Residenzstraße stehen und schauen beinah wehmütig auf die süße Auslage im Schaufenster.

Beinah jeder hier hat schon in der Zeitung gelesen, dass es das Rottenhöfer nicht mehr lang geben wird. Ab dem 30. Juni ist Schluss für den Betrieb, der die Münchner seit 188 Jahren mit seinen süßen Künsten verführte und es einst zum königlich-bayerischen Hoflieferanten brachte.

Die Umscheids, Konditormeister Hans-Peter und seine Frau Brigitte, die den Betrieb momentan leiten, hören auf. Aus „massiven gesundheitlichen Gründen“, so heißt es – man könne den Betrieb nicht mehr mit voller Kraft stemmen (AZ berichtete). Mehr wollen die beiden nicht dazu in der Zeitung lesen, der Wirbel um die Schließung ist ihnen nicht recht.

Ein neues Café, eine neue Konditorei an dieser Stelle wird es nicht geben. Wohl weil die Mieten so hoch sind, dass sie mit einem solchen Geschäft schwer zu erwirtschaften sind. Die Stammkunden blicken wehmütig einem Stück Münchner Geschichte hinterher.

 

 

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