Brutale Szenen im Münchner Westpark: Vater fast totgeschlagen

Ein 28-Jähriger steht derzeit vor Gericht: Er hat im Westpark so lange "wie im Rausch" auf seinen Vater eingeschlagen, bis der leblos am Boden liegen blieb.
| John Schneider
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Der Angeklagte (28) rastete im Westpark aus und ging auf seinen Vater los.
Bernd Wackerbauer Der Angeklagte (28) rastete im Westpark aus und ging auf seinen Vater los.

München - Immer wieder schlägt und tritt der große, kräftige Mann (28) auf sein Opfer ein. Bis sich der 60-Jährige nicht mehr rührt und der Schläger annimmt, er habe den Mann getötet. Es ist sein leiblicher Vater, der da am Boden liegt.

Die Erinnerung an die brutalen Szenen am 24. September im Westpark macht den Zeugen offenbar bis heute zu schaffen. Ein 15-jähriger Augenzeuge hat sogar ein ärztliches Attest vorlegen lassen, in dem dringend davon abgeraten wird, den an Panikattacken leidenden Jugendlichen vor Gericht erneut zu vernehmen – und ihn damit an das Erlebte zu erinnern.

Sohn rief nach der Tat selbst die Polizei

Der Vorwurf von Staatsanwalt Laurent Lafleur lautet gefährliche Körperverletzung. Wohl, weil der 28-Jährige nach der Tat mit den Worten, er habe seinen Vater getötet, selbst die Polizei alarmierte. Der Vorsitzende Richter Norbert Riedmann schickt der Anklage aber den Hinweis hinterher, dass durchaus auch ein versuchtes Tötungsdelikt in Frage komme.

Der Angeklagte lässt seine Verteidigerin Daniela Gabler reden. Er selbst sei zu aufgeregt. Tatsächlich zittern seine Beine unter der Anklagebank. Die Vorwürfe der Anklage werden eingeräumt. Grund für den Gewaltexzess sei die Angst gewesen, dass sein Vater mit einem Messer auf ihn einstechen könnte. Deswegen habe er zuerst zugeschlagen und dann „wie im Rausch“ auf den körperlich unterlegenen Vater eingetreten.

Vater forderte den Sohn zum Kampf heraus

Der Vater, den er erst drei Wochen vor der Tat intensiver kennenlernte, sei gewalttätig gewesen, habe seine Ex-Frau und seine Tochter, die behindert ist, oft geschlagen. Seinem Sohn habe er aber weismachen wollen, dass Mutter und Großvater an der Trennung schuld gewesen seien. Am Tatabend habe er seinem Vater gesagt, dass dieser ein Lügner sei. Der sei ausgeflippt, habe ihn herausgefordert und man sei gemeinsam in den Westpark gegangen.

Die Verteidiger Gabler und ihr Kollege Uwe Paschertz wehren sich dagegen, dass die Aussage des Vaters, die er im Herbst bei der Polizei gemacht hat, verlesen wird. Zum Prozess will er nicht anreisen, er wohnt in der Türkei.

Der Vater, so die Verteidiger, habe inzwischen aber zum Ausdruck gebracht, dass er die Anzeige zurückziehen wolle, um seinem Sohn nicht zu schaden. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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