Blüte im Herbst: Hilferuf der Hirschgarten-Kastanien

Die Kastanien im Hirschgarten stehen im Oktober in voller Blüte. Was hübsch aussieht, ist in Wirklichkeit ein Zeichen, dass es den Pflanzen gar nicht gut geht.
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Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.
BUND Naturschutz, München/Frank Krönke 3 Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.
Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.
BUND Naturschutz, München/Frank Krönke 3 Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.
Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.
BUND Naturschutz, München/Frank Krönke 3 Kastanienblüte Anfang Oktober. So sieht es derzeit im Hirschgarten aus.

Nymphenburg – Spaziergänger im Hirschgarten staunen dieser Tage nicht schlecht. Während andere Bäume das herbsttypische braun-trockene Herbstlaub bereits Stück für Stück abwerfen, tragen die majestätischen Kastanienbäume grüne Blätter und weiße Blüten!

Spielt hier die Natur verrückt? Keineswegs. Vielmehr handelt es sich um einen Hilferuf der Bäume.

"Die Blüte der Kastanien macht ihr Leid für jedermann offensichtlich. Ihnen geht der Saft aus. Mit dem herbstlichen Blattaustrieb und der Blüte versuchen sie, ein Defizit in der Stoffproduktion aus dem Frühjahr und Sommer auszugleichen. Knospen, die eigentlich erst im nächsten Frühjahr austreiben sollten, werden nun aktiviert", erklärt Martin Hänsel, Diplom-Forstwirt und stellvertretender Geschäftsführer des BUND Naturschutz in München.

 

Die Blüten fehlen im Frühling

 

Das Problem: Die Knospen, die jetzt austreiben, fehlen im kommenden Frühjahr. "Die jetzt gebildeten Triebe können in der Regel nicht mehr verholzen und sterben bei Frost ab", so Hänsel.

Die Experten halten zwei Ursachen für die Not-Reaktion der Hirschgarten-Kastanien für möglich.

Einerseits konnten die Bäume durch den Fraß der Kastanienminiermotte nicht genug Photosynthese zur Stoffproduktion betreiben. Die Raupen des ursprünglich aus Südost-Europa stammenden Kleinschmetterlings fressen die Blätter von innen heraus auf, so dass diese oft schon im späten Frühjahr trocken und braun am Baum hängen.

Andererseits hat die Trockenheit und Hitze des Sommers die Bäume derart in Stress versetzt, dass sie den Wassermangel jetzt im Herbst mit dem verfrühten Austreiben wett machen wollen. Langzeitschäden im wichtigen Feinwurzelsystem der Kastanien können die Folge sein. Im schlimmsten Falle können die Bäume auch Jahre später noch daran zugrunde gehen.

Klimaexperten gehen davon aus, dass Hitzeperioden, wie wir sie im vergangenen Sommer erlebt haben, in Zukunft eher die Regel denn die Ausnahme sind. Dadurch verschieben sich die Austriebs- und Blütezeiten der PFlanzen immer mehr. Städte wirken als Hitzeinseln, und verstärken diesen Effekt zusätzlich.

 

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