Bauprojekt Belvedere in Pasing: Teures Türmchen

Bis 2021 sollen im "Belvedere" in Pasing Wohnungen, Läden und ein gemeinschaftlicher Dachgarten entstehen. Günstig sind diese nicht.
| Philipp Hartmann
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Oben Wohnungen, unten Gewerbe: So sollen die Gebäude einmal aussehen.
Visualisierungen: Allmann Sattler Wappner 4 Oben Wohnungen, unten Gewerbe: So sollen die Gebäude einmal aussehen.
Blick in den begrünten Innenhof.
Visualisierungen: Allmann Sattler Wappner 4 Blick in den begrünten Innenhof.
Der Turm wird neun Stockwerke beinhalten.
Visualisierungen: Allmann Sattler Wappner 4 Der Turm wird neun Stockwerke beinhalten.
Architekt Markus Allmann (l.), Friedrich Neumann und Martina Decker.
Philipp Hartmann 4 Architekt Markus Allmann (l.), Friedrich Neumann und Martina Decker.

Pasing - Noch geht es mit dem Baustellen-Lift hoch in den neunten Stock des "Belvedere". Doch die holprige Fahrt lohnt sich, denn oben eröffnet sich ein Ausblick über den Nymphenburger Schlosspark und bei klarem Himmel sogar bis zu den Alpen. 2016 gewann das Architekturbüro Allmann Sattler Wappner mit seinem Entwurf der Hochhaus-Anlage die Ausschreibung für das Grundstück an der Paul-Gerhardt-Allee in Pasing. Seitdem befindet sich das Projekt im Bau, voraussichtlich noch bis Mai nächsten Jahres.

In dem Ensemble sollen Wohn- und Gewerbeflächen miteinander verbunden werden: Im Erdgeschoss entstehen Einkaufsmöglichkeiten, auf deren Dach drei höhere Wohngebäude mit 164 Wohnungen errichtet werden. Auf der Fläche dazwischen wird ein gemeinschaftlich nutzbarer Platz mit Garten angelegt.

"Wir wollen einen zeitgemäßen Lebensraum für die Münchner schaffen", sagt Architekt Markus Allmann. Das bedeutet: kleinere Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern und 40 bis 90 Quadratmetern Wohnfläche. Sie sind so geschnitten, dass sich die Räume für verschiedene Lebensentwürfe eignen, ob für Wohngemeinschaften, Familien oder Haushalte, in denen mehrere Generationen leben.

Architekt Markus Allmann (l.), Friedrich Neumann und Martina Decker.
Architekt Markus Allmann (l.), Friedrich Neumann und Martina Decker. © Philipp Hartmann

8.900 Euro pro Quadratmeter

Darüber hinaus sollen der Dachgarten und gemeinschaftlich nutzbare Räumen Möglichkeiten für die Bewohner bieten, miteinander in Kontakt zu kommen. Ein echter Hingucker könnte die Fassade werden: Vor den raumhohen Fenstern sind Fensterläden angebracht, die vor Sonne und Lärm schützen und ein wechselndes Muster bilden.

Auch für die Unterbringung von Autos ist gesorgt: 332 Pkw-Stellplätze sowie 32 Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind geplant. Ein schönes Projekt, aber nur für die, die es sich leisten können: Mit 8.900 Euro pro Quadratmeter bleiben die Wohnungen für viele Münchner unerschwinglich.

Architekt hätte gerne mehr Stockwerke gehabt

Und da es dem Bebauungsplan der Stadt folgt, gelten die Regeln der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) nur eingeschränkt: Lediglich sieben Wohnungen sind für Einkommensschwächere vorgesehen.

Allmann ist dennoch zufrieden mit seinem Projekt, höchstens an den Bauvorschriften der Stadt könne man seiner Meinung nach etwas ändern. "Vier bis fünf Stockwerke mehr wären locker verträglich gewesen", merkt er an. Das wären einige Wohnungen zusätzlich gewesen, eine Möglichkeit, die die Stadt durch strenge Auflagen verschenkt habe. So mag der Turm im neunten Stock einen schönen Ausblick bieten – im Vergleich zu anderen Städten bleibt er höchstens ein "Türmchen".

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