Anwohner retten Baum

Die Sporthalle an der Klenzestraße wird saniert. Ein großer Kastanienbaum stand vor der Fällung - Anwohner haben das verhindert. Die Stadt sagt: Der Baum sollte nie gefällt werden.
| Petra Martin / Lokales
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Anwohner retten den Kastanienbaum an der Klenzestraße
Christoph Scholder 2 Anwohner retten den Kastanienbaum an der Klenzestraße
Unterschriften zur Rettung des Kastanienbaums an der Klenzestraße
Christoph Scholder 2 Unterschriften zur Rettung des Kastanienbaums an der Klenzestraße

Isarvorstadt - In München darf man einen Baum nicht einfach so fällen. Dazu braucht es eine Genehmigung und die ist nicht immer leicht zu bekommen. Vor allem nicht, wenn der Baum gesund ist. Sollte der Baum eine Gefährdung darstellen, ist die Sache eine andere.

Die Sporthalle an der Klenzestraße wird jetzt in den Ferien energetisch saniert, im Auftrag der Stadt. Die Anwohner von Klenze- und Baaderstraße haben nach eigenen Angaben zweimal verhindert, dass eine Kastanie mit einem Stammumfang von anderthalb Metern gefällt wird. Der Baum steht auf dem Schulhof und sollte eigentlich erhalten werden. Nachdem die Sanierungsarbeiten begonnen haben, gibt es plötzlich eine Fäll-Genehmigung, weil der Baum nun „akut umsturzgefährdet“ sei. Die Anwohner fragen sich, ob diese Gefährdung bewusst herbeigeführt wurde, um die Fällung „im Hauruckverfahren“ doch noch herbeizuführen. Und das in der Schutzzeit, die bis Oktober gilt? Die Anwohner verhindern diese Fällung zweimal: Am Freitag und am Montag, als Arbeiter mit der Säge anrückten. Der Kastanie fehlt bisher nur ein Ast. Um den Baum zu stabilisieren, müsste er während der Arbeiten an die Häuser angebunden werden. Der Hauseigentümer ist dazu bereit.

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Jetzt ist die Kastanie gerettet. Stefan Hauf, Pressesprecher der Stadt München, stuft den Baum als „wertvoll“ ein. Lediglich ein „deutlicher Rückschnitt“ müsste vorgenommen werden, doch Kastanien seien dafür bekannt, dass sie sich schnell und gut regenerieren. „Das war alles ein Missverständnis“, erklärt Dagmar Rümenapf, Pressesprecherin im Baureferat. „Es war immer unser Ansinnen, den Baum zu erhalten. Wenn der Gutachter, der den Baum seit Beginn der Baumaßnahmen beobachtet, aber feststellt, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist, wird eine Notfällung beantragt. Das ist ein ganz normales Vorgehen“, erläutert Rümenapf. „Die Nachbarn haben nur geglaubt, dass der Baum gefällt wird.“ Jetzt ist die Kastanie erstmal provisorisch verankert. Ob der Baum künftig allein stehen kann, wird in den kommenden Tagen geprüft. Die Fällgenehmigung sieht übrigens im Falle einer Fällung auch eine Ersatzpflanzung vor.

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