5000 Euro Kosten: Wer wirft Sand in den Brunnen?
In dem teuer sanierten Brunnen am Alten Südfriedhof landen regelmäßig Sand und Steine – der Stadt verursacht das hohe Kosten.
Isarvorstadt - Beim Spaziergang ist der Brunnen inmitten des Alten Südlichen Friedhofs leicht zu übersehen. Schlichter Sandstein, rundes Becken und eine plätschernde Fontäne: Der Wasserspender kommt ganz unspektakulär daher. Dabei ist der Brunnen ein wahres Luxusobjekt. 45000 Euro hat seine Restaurierung im Jahr 2010 gekostet. Seither versickert nicht nur Wasser in seinem Becken, sondern auch Geld! Schuld daran sind vor allem die Friedhofsbesucher.
Risse am alten Gemäuer, verrostete Wasserleitungen und Einsturzgefahr plagten das Denkmal in der Naturoase an der Thalkirchner Straße. Darüber hinaus drohte der Kriechkeller unter dem Brunnen einzustürzen. Vor vier Jahren hat eine Stiftung Erbarmen. Sie rettet den Brunnen aus dem Jahr 1928 vor dem Verfall. Mehr noch: Der Brunnen erhielt eine Pumpe, sodass aus dem ehemaligen Schöpf- ein Springbrunnen mit Fontäne wurde.
Das neue Plätschern scheint auf die Besucher des stillgelegten Gräberfelds eine ganz besondere Faszination auszuüben. Dreck und Geröll blockieren immer wieder die Abflüsse des Brunnens. „Zwei unserer Mitarbeiter holen alle vier Wochen eine Schubkarre voll Sand und Steinchen aus dem Brunnen“, sagt die Leiterin der städtischen Friedhöfe Kriemhild Pöllath-Schwarz. 5000 Euro habe die Stadt für die Instandhaltung des Wasserspenders seit seiner Restaurierung investieren müssen.
Doch das Putzen des Brunnens belastete nicht nur das städtische Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. „Pro Reinigung müssen wir etwa 3000 Liter Wasser durch die Leitung spülen“, sagt Pöllath-Schwarz. Deshalb ist das Friedhofs-Management jetzt unterwegs. Mit Flyern soll auf die kulturhistorische Bedeutung des 1563 eröffneten Friedhofs aufmerksam gemacht werden. Und Sandwäscher von ihrem Tun abgehalten werden.
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