300.000 Euro Beute: Sechs Jahre Haft für Münchner Juwelenräuber

Fünf Männer überfallen im April 2017 mit Hammer und Pfefferspray einen Harlachinger Juwelier. Nun hat das Münchner Landgericht einen von ihnen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
| John Schneider
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Das Opfer Rudolf B.
jot Das Opfer Rudolf B.

München - "Man konnte sehen, wie das Pfefferspray durch den Raum zog", erinnert sich Uhrmachermeister Rudolf B. (62) an den 5. April 2017. Den Tag, an dem eine Bande von Räubern das Juweliergeschäft seines Chefs in Harlaching überfiel und mit brachialer Gewalt ausraubte.

Räuber erbeuten Uhren im Wert von 300.000 Euro

Der Mann, der einen Teil der Beute in einen Rucksack packte, Arunas J. (30), sitzt seit Dienstag auf der Anklagebank des Landgerichts. Er war laut Anklage einer von fünf Männern, die an jenem Apriltag das Juweliergeschäft überfielen, mit einem Hammer die Vitrinen zerstörten und Angestellte sowie Kunden mit einer Schusswaffe bedrohten und mit Pfefferspray außer Gefecht setzten.

Die 82-jährige Mutter des Inhabers hatte sich damals unerschrocken den Räubern entgegengestellt und einen der Männer mit einem Basketball beworfen. Ohne Erfolg. Die Bande zog mit ihrer Beute wertvoller Uhren (Wert etwa 300.000 Euro) davon.

Ein Komplize von Arunas J. ist bereits zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte sich bei dem Überfall verletzt und Blut am Tatort zurückgelassen. Darüber konnte ihn die Polizei identifizieren.

Sechs statt neun Jahre: Geständnis wirkt strafmildernd

Arunas J. wurde im Oktober 2018 in Litauen festgenommen. Und ist geständig. Sein Anwalt Christian Gerber erklärt, dass die Anklage voll umfänglich eingeräumt wird. Nur in einem Punkt widerspricht er: Es habe keine Verabredung gegeben, weitere Raubüberfälle in Deutschland und der Schweiz zu begehen.

Das Geständnis wird Arunas J. strafmildernd angerechnet. Statt neun Jahre Haft, wie sie sein Komplize kassiert hat, muss der 30-Jährige wohl nur sechs Jahre ins Gefängnis. Das ist das Resultat eines Rechtsgesprächs der Prozessbeteiligten.

Das Opfer Rudolf B.
Das Opfer Rudolf B. © jot

Rudolf B. hat den Überfall im Gegensatz zu einer Kollegin psychisch gut verkraftet. Er sei in der Werkstatt gewesen, als die Räuber kamen – und erinnert sich an eine Art Nebelschwade, die durch den Raum zog. "Ich hab’ mich weggedreht und in einer Nische Schutz gesucht." Das Pfefferspray erwischte ihn trotzdem. Auch seine Augen mussten behandelt werden.

Angst hat er aber keine mehr. Auch, weil das Geschäft inzwischen noch sicherer gemacht wurde.

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