25 Jahre Geburtshaus im Westend: Hier kamen über 5.000 Kinder zur Welt

Wo Kinder mit Kerzen begrüßt werden: Seit 25 Jahren kommen im Geburtshaus im Westend kleine Münchner und Münchnerinnen zur Welt.
| Bettina Funk
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Das Geburtshaus München im Westend.
Bernd Wackerbauer 2 Das Geburtshaus München im Westend.
Carolin Rapp-Storz (l.) und Maria Beck.
Bernd Wackerbauer 2 Carolin Rapp-Storz (l.) und Maria Beck.

München – Da kommen einige Mini-Münchner zusammen: Mehr als 5.000 Kinder kamen in den vergangenen 25 Jahren im Geburtshaus auf die Welt. 2018 waren es 326 Geburten. Das Geburtshaus ist seit drei Jahren in der Fäustlestraße 5 untergebracht. Zuvor war es seit der Gründung 1994 in einer Altbauwohnung in der Nymphenburger Straße.

"Im Geburtshaus können Frauen ambulant und außerklinisch ihre Kinder zur Welt bringen", sagt Susanne Braun, die Geschäftsführerin. Insgesamt arbeiten für das Geburtshaus 20 freiberufliche Hebammen, diese sind in drei Teams aufgeteilt. "In Beratungsgesprächen vor der Geburt lernen die werdenden Eltern alle Hebammen des Teams kennen, das für sie zuständig ist", erklärt Susanne Braun.

Das Geburtshaus München im Westend.
Das Geburtshaus München im Westend. © Bernd Wackerbauer

Selbstbestimmte Geburt und Eins-zu-Eins-Betreuung

Eine von diesen Hebammen ist Carolin Rapp-Storz. Die 42-Jährige ist seit zwei Jahren im Geburtshaus-Team. 2014 hatte sie zuvor selbst dort ihren Sohn Lino zur Welt gebracht, ihr viertes Kind. "Mir selbst war die selbstbestimmte Geburt ganz aus eigener Kraft wichtig", sagt Carolin Rapp-Storz. "Wir haben eine Eins-zu-Eins Betreuung. Während der Geburt ist eine Hebamme nur für eine Frau da. Die Familien sollen sich wie zuhause fühlen."

Carolin Rapp-Storz (l.) und Maria Beck.
Carolin Rapp-Storz (l.) und Maria Beck. © Bernd Wackerbauer

Eine ambulante Geburt sei generell für jede gesunde Schwangere, die ein gesundes Kind erwartet, möglich, erklärt die Carolin Rapp-Storz. Allerdings müssen 18,4 Prozent der Frauen doch während der Geburt vom Geburtshaus ins Krankenhaus verlegt werden.

Bei Maria Beck war das nicht notwendig. Die 34-jährige Psychologin hat im Juli des vergangenen Jahres ihren Sohn Jakob im Geburtshaus geboren. "Ich bin komplett ohne Angst in diese Geburt gegangen", sagt sie. "Nach der Geburt lagen mein Mann, unser Baby und ich dann zu dritt im Bett, als die Hebamme mit einer Geburtstagskerze ins Zimmer kam und ein Geburtstagslied gesungen hat", erzählt die junge Mutter.

Die Krankenkasse zahlt die Hebamme

Auch die Betreuung im Wochenbett und in der Stillzeit übernehmen die Hebammen. Die Kosten für die gesamte Hebammenleistung werden dabei komplett von der Krankenkasse übernommen. Für die Rufbereitschaft fällt jedoch eine Gebühr von 600 Euro an, die die werdenden Eltern selbst übernehmen müssen. Mittlerweile zahlen die meisten Kassen davon anteilig 250 Euro.

Ob es in den vergangenen 25 Jahren auch mal überraschende Ereignisse gab? "Einmal klingelte plötzlich ein Mann und rief nur ,Ich habe eine gebärende Frau im Auto’", erzählt die Hebamme Carolin Rapp-Storz. Das war ein Polizist, der das Auto der werdenden Eltern angehalten hatte, weil es über eine rote Ampel gefahren war.

Rapp-Storz: "Der Vater des Kindes hatte gemerkt, dass es sehr schnell gehen muss. Da konnte auch die Polizei nichts mehr machen und hat sie zu uns eskortiert." Aber es ging alles gut: "Nach zwei Minuten im Geburtshaus war das Kind da."

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