Stadtrat will DNA-Tests für Zamperl

Richard Progl von der Bayernpartei fordert: Liegen gelassene Haufen sollen ihren tierischen Verursachern per Gen-Analyse zugeordnet werden.  
| Natalie Kettinger
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Richard Progl von der Bayernpartei fordert: Liegen gelassene Haufen sollen ihren tierischen Verursachern per Gen-Analyse zugeordnet werden.

München - Richard Progl ist es leid. „Sie glauben ja gar nicht, wie oft man als politisch aktiver Mensch beim Plakatieren auf Grünstreifen in Hundehaufen tritt“, ärgert sich der Bayernpartei-Stadtrat.

„Und wo ich gerade aus meinem Bürofenster schaue: Da unten auf der Wiese liegen schon wieder vier – obwohl gerade erst gemäht wurde.“ Eine Zumutung sei das, ein unschöner Anblick, einfach ärgerlich und eine Gefahr für die Gesundheit der Bürger obendrein.

Deshalb hat Progl jetzt einen seiner seltenen Anträge gestellt. Und gefordert, nachlässige Hundehalter mit Hilfe modernster Kriminaltechnik zu überführen. Konkret regt er an, die DNA aller 30 000 Münchner Hunde in einer Datenbank zu registrieren, liegen gelassene Häufchen per Gen-Analyse ihren tierischen Verursachern zuzuordnen und dann die Hundebesitzer zur Kasse zu bitten.

„Die meisten Münchner räumen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere vorschriftsmäßig mit einer Plastiktüte weg. Aber über die Hundesteuer müssen sie die Schwarzen Schafe mitfinanzieren und das ist nicht richtig“, sagt Progl. Deshalb sei zu prüfen, ob durch die Bußgelder nicht eine Senkung der Abgabe ermöglicht und die umsichtigen Halter auf diesem Weg entlastet werden könnten.

Den genetischen Fingerabdruck ihrer Vierbeiner könnten die Besitzer ganz leicht per Wangenabstrich gewinnen und bei der Anmeldung zur Hundesteuer mitabgeben, schlägt Progl vor. „Die Verwaltung der Datenbank und das Einsammeln der Kotproben könnte durch den Kontrolldienst des Kreisverwaltungsreferates stattfinden“, schreibt er in seinem Papier. Zur AZ sagt er ergänzend: „Die Haufen werden jetzt auch weggeräumt. Man müsste sie nur eintüten und an eines der vielen Labore schicken, die es in München gibt.“

Beim KVR fühlt man sich dafür allerdings nicht zuständig. „Unser Hundekontrolldienst ist für die Sicherheit da, nicht für die Häufchen“, sagt Sprecherin Daniela Schlegel. Die Sauberkeit von Parks und Grünanlagen sei Sache des Baureferats.

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Dort will man sich zur Sinnhaftigkeit von Progls Antrag derzeit nicht äußern. Sprecherin Dagmar Rümenapf verweist lieber auf Fakten: Das Referat stelle an rund 420 Hundekottütenspendern jährlich etwa sechs Millionen Tüten kostenlos zur Verfügung. Diese würden in mehr als 7000 städtischen und 3000 weiteren Abfallbehältern entsorgt. „Dieses Angebot wird also intensiv genutzt und ist sehr effizient.“

Wie auch immer: München ist nicht die erste Kommune, in der über eine DNA-Datenbank für Vierbeiner nachgedacht wird. In London und Neapel sollen Pilotprojekte getestet werden.

Und in den USA wirbt eine Biotechnologie-Firma mit ihrer Datei „PooPrints“, in der bereits tausende Hunde gespeichert sind – und mit Erfolgen in mehreren Gemeinden, in denen die Verschmutzung dank Gen-Analyse angeblich um 90 Prozent zurück gegangen ist.

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