Stadt lässt 82 Wohnungen vergammeln

Kostbarer Wohnraum: Allein am Harlachinger Krankenhaus stehen 82 städtische Wohnungen leer. Sieben Wohngebäude für das Krankenhaus Harlaching sind „sanierungsbedürftig“.  
| Willi Bock
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Gepflegt ist anders: Das Gebäude der Schwesternunterkünfte auf dem Gelände des Harlachinger Krankenhauses.
Petra Schramek 6 Gepflegt ist anders: Das Gebäude der Schwesternunterkünfte auf dem Gelände des Harlachinger Krankenhauses.
Links verspricht ein Baugerüst, dass bessere Zeiten kommen. Eine Sanierung ist überfällig.
Petra Schramek 6 Links verspricht ein Baugerüst, dass bessere Zeiten kommen. Eine Sanierung ist überfällig.
Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Petra Schramek 6 Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Petra Schramek 6 Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Petra Schramek 6 Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.
Petra Schramek 6 Kostbarer Wohnraum: Die Stadt lässt diese Wohnungen in Harlaching vergammeln.

82 der 517 Wohnungen, die mal fürs Personal der Klinik bestimmt waren, sind unvermietet. Das regt (nicht nur) die CSU auf.

München - Die Stadt sucht immer preiswerte Wohnungen für ihre Mitarbeiter im teuren München. Ganz besonders arm dran seien die Krankenschwestern. Heißt es immer. Doch jetzt muss die Stadt zugeben: Allein am Harlachinger Krankenhaus stehen 82 städtische Wohnungen leer. Insgesamt seien stadtweit noch mehr Klinikwohnungen unbewohnt.

Es kam heraus, weil jetzt die städtischen Klinikwohnungen in den Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG übergehen. Die Verwaltung erklärte dazu: Von den acht städtischen Wohngebäuden für das Krankenhaus Harlaching am Sanatoriumsplatz seien sieben „äußerst sanierungsbedürftig“. Vulgo: schlichtweg vergammelt.

In einem 13-geschossigen Gebäude sind wegen fehlender Fluchtwege, so lautet die Begründung, die oberen vier Geschosse gesperrt. Die betroffenen Wohnungen sind geräumt. 82 der 517 Klinikwohnungen dort stehen seit Jahren leer. „Damit dürfen die Wohnungen nicht vermietet werden“, heißt es in einer Erklärung der GWG.

Als sie im Jahre 2008 die Verwaltung für die Wohnhäuser übernahm, hat sie die Wohnungen auf den vier Etagen geschlossen und die Mieter „umgesetzt“.

Vor Ort sieht man sofort: Die Gebäude sind teilweise in einem desaströsen Zustand. Es sind allesamt Gebäude, die zwischen 1965 und 1971 gebaut wurden. Die Sanierung der Häuser würde 15 Millionen Euro kosten.

Warum ist noch nichts geschehen? Das bislang zuständige Gesundheitsreferat habe das Geld dafür „nicht zur Verfügung“ gestellt, teilt die GWG der AZ mit.

Es sind nicht die einzigen Leerstände bei Klinikwohnungen, räumt das Kommunalreferat ein: „Auch bei den übrigen Arealen stehen einzelne Wohnungen leer.“ Die sind in Schwabing und in Neuperlach. Der Zustand ist auch dort nicht berauschend: Es gebe für die drei Standorte Neuperlach, Schwabing und Harlaching einen Sanierungsstau von rund 30 Millionen Euro.

„Es geht überhaupt nicht dass die Stadt ihre eigenen Wohnungen leer stehen lässt, Häuser verkommen lässt – und gleichzeitig über die Wohnungsnot jammert“, sagt Hans Podiuk, der CSU-Fraktionsvize im Stadtrat.

Den Sanierungsstau muss jetzt die GWG abbauen. Sie bekam im Jahre 2008 die Verwaltung der Klinikwohnungen übertragen. Zum 1. Januar 2013 sollen sie in ihren Besitz übergehen. Sechs Millionen Euro habe sie schon investiert, so die GWG.

Das Überraschende dabei: Die ehemaligen Schwesternwohnheime würden „künftig nicht mehr überwiegend zur Deckung des Wohnbedarfs von Krankenhauspersonal benötigt“, wie es in einem Bericht für den Stadtrat heißt. Deshalb strebe die GWG an, die Wohnungen „freihändig“ auf dem Markt anzubieten.

Doch das widerspricht dem Bebauungsplan: Es muss demnach an Klinikpersonal vermietet werden. Mit diesem Argument werden auch die Sorgen des Bezirksausschusses in Harlaching besänftigt.

Mehr noch: Es sei nicht ausgeschlossen, so heißt es in dem Bericht, „die Objekte mittel- bis langfristig in ordentliche Renditeanlagen umzuwandeln“. In Harlaching heißt es im Zusammenhang mit den leeren Wohnungen sogar: „Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Mieten steigerungsfähig sind.“ CSU-Mann Podiuk kommentiert das so: „Die Stadt benimmt sich hier wie ein Miethai.“

Und die übrigen städtischen Wohnungen? „Da sind aktuell 94,3 Prozent der Fläche vermietet“, teilt das Kommunalreferat mit. Das liege „im Bereich des Üblichen“ – wegen der Fluktuation und weil einige saniert würden. Das Kommunalreferat verwaltet nach eigenen Angaben 1629 Wohnungen mit zusammen 139<TH>000 Quadratmetern. Das wären rund 80 Wohnungem, die leer stehen

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren