Sportler sollen München aufs Dach steigen

Kino, Theater oder ein bisschen kicken: Weil es am Boden immer enger wird, schlägt Stadträtin Kristina Frank (CSU) vor, Flachdächer für eine öffentliche Nutzung herzurichten.
| Florian Zick
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Nicht ganz New York – aber fast: Ein Freiluftkino auf einem Dach in Frankfurt am Main zeigt Woody Allens „Manhattan“.
dpa Nicht ganz New York – aber fast: Ein Freiluftkino auf einem Dach in Frankfurt am Main zeigt Woody Allens „Manhattan“.

München - Nun geht es also rauf in luftige Höhen: Weil am Boden in München immer weniger Platz ist, denkt die Stadt darüber nach, Flachdächer für die Freizeitgestaltung zu erschließen. Kleine Parks, Sportanlagen oder ein Freiluftkino – eigentlich ist alles denkbar.

Die neueste Initiative zu diesem Thema stammt von Kristina Frank. Die CSU-Stadträtin war im Juli in New York im Urlaub und hat von dort allerhand Inspiration mitgebracht.

Hier ein Pool, da ein Tennisplatz, dort ein Basketballkorb – was die Nutzung von Dachflächen angehe, sagt Frank, seien die Amerikaner uns ein gutes Stück voraus. Allerdings wird es auch in München immer enger. Die in städtischer Hand befindlichen Dächer sollte man deshalb für kulturelle oder sportliche Nutzung freigeben, findet die 34-Jährige.

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Konkret hat sie dabei den Gasteig im Kopf. Im Frühjahr hat es dort bereits einen kleinen Wettbewerb gegeben. Studenten der Akademie der Bildenden Künste sollten Vorschläge unterbreiten, was man auf dem Dach des Kulturtempels alles machen könnte. Eine Panorama-Bar, eine Freilichtbühne, einen Klettergarten – das waren so die Ideen.

Nun ist der Gasteig aber bei Weitem nicht das einzige Gebäude mit einer nutzbaren Dachfläche. Die ganzen Schulen, die Verwaltungsgebäude, auch die Container-Bauten, in denen Flüchtlinge untergebracht sind: All diese Dächer könne man wunderbar herrichten, um darauf eine Runde zu kicken, Theater zu spielen oder unter freiem Himmel Kinofilme vorzuführen, sagt Frank.

Natürlich müsse man jeweils die Statik prüfen und die Bausicherheit. „Ich bin kein Architekt“, sagt Frank. „Keine Ahnung, ob da jedes Dach geeignet ist.“ Aber was die New Yorker können, das müssten die Münchner doch eigentlich auch können, sagt sie.

Bei der Stadt kommt der Vorschlag jedenfalls gut an. Die CSU-Fraktion hat Franks Antrag am Montag widerstandslos passiert, die Grünen setzen sich ohnehin seit ein paar Monaten für die Öffnung der Dächer ein und auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk lobt die Dächer-Offensive als „positiven Beitrag für mehr Freiraum in der Stadt“.

Vielleicht treffen sich die Münchner also am Feierabend bald im Park auf dem Dach. Fußballspielen mit Blick über die ganze Stadt – das hätte doch durchaus was für sich.

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