Spitzelei bei "Burger King": Wurden Mitarbeiter bedroht?

Neue Wende im Spitzel-Skandal bei Burger King: Die Gewerkschaft NGG zeigt Ausschnitte des Videos, mit der die Betriebsratsversammlung gefilmt wurde. Außerdem sollen Mitarbeiter bedroht worden sein.
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Dieses Foto zeigt einen Ausschnitt der Überwachungskamera, mit der die Betriebsratsversammlung gefilmt wurde.
az Dieses Foto zeigt einen Ausschnitt der Überwachungskamera, mit der die Betriebsratsversammlung gefilmt wurde.

Neue Wende im Spitzel-Skandal bei Burger King: Die Gewerkschaft NGG zeigt Ausschnitte des Videos, mit der die Betriebsratsversammlung gefilmt wurde. Außerdem sollen Mitarbeiter bedroht worden sein.

MÜNCHEN Im Streit um die Aufzeichnung und Behinderung der Betriebsratsgründung bei Burger King legt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nach: Gestern präsentierte sie zahlreiche Bilder aus einem Video, das das Management mit einer Überwachungskamera während der Veranstaltung aufgenommen haben soll „Damit hätten Teilnehmer massiv unter Druck gesetzt werden können“, empörte sich Münchens NGG-Chef Freddy Adjan.

Außerdem sollen die 176 Beschäftigten, die an der Veranstaltung teilnahmen, bereits vor Ort bedroht worden sein. NGG-Sekretär Mustafa Öz, der selbst am 21. April an der Veranstaltung in der Filiale in der Chiemgaustraße teilnahm, berichtet von einem Manager, der sich unter die Teilnehmer gemischt und die Mitarbeiter massiv beleidigt und eingeschüchtert habe. Außerdem sei versucht worden, auf einen der gewählten Wahlvorstände Druck auszuüben: „Man hat ihn nach der Wahl in seinem Restaurant am Hauptbahnhof besucht, seine Arbeit kontrolliert und gezielt nach Fehlern gesucht“, so Öz.

Ein Teilnehmer der Versammlung wurde mittlerweile von dem amerikanischen Konzern entlassen. Burger King streitet allerdings ab, dass sein Ausscheiden im Zusammenhang mit der Betriebsratsgründung stehen würde.

In zahlreichen deutschen Städten hat der amerikanische Konzern in letzter Zeit bereits versucht, die Bildung von Betriebsräten zu unterbinden: „Die Form in der dies nun in München passiert, ist aber ein neuer Höhepunkt dieser Bemühungen“, erklärte Münchens DGB–Chef Helmut Schmidt.

Die Gewerkschaft erwartet deshalb eine Entschuldigung und die klare Zusage von Burger King, dass die Betriebsratswahlen nicht mehr behindert werden. Andernfalls soll bereits an diesem Freitag Strafanzeige gestellt werden. Außerdem sind bundesweite Aktionen in den Fast-Food-Restaurants geplant.

Burger King stellte klar, dass weder die Geschäftsführung noch die Restaurantleitung die Aufnahmen kennen oder Einblicke in diese genommen haben. Man setze die Videoüberwachung lediglich zum Schutz von Gästen und Mitarbeitern sowie vor Vandalismus ein“, hieß es.

Außerdem stellte das Unternehmen klar, dass eine langfristige Mitarbeiterbeziehung und stetige Mitarbeitermotivation die zentralen Pfeiler der Beschäftigungspolitik sind. „Betriebsversammlungen und Betriebsräten steht Burger King positiv gegenüber“, hieß es in dem Schreiben.

Daniel Aschoff

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