"Besonders schwerer Fall": Münchner Kioskbesitzer hat nebenher Drogen verkauft
In unmittelbarer Nähe zum Englischen Garten betrieb ein 36-jähriger Münchner einen Kiosk mit Pizzeria. Doch es gab dort nicht nur Speisen und Getränke, sondern unter der Theke offenbar auch verschiedene illegale Substanzen zu kaufen. Laut dem Amtsgericht soll sich in der Gegend mit der Zeit herumgesprochen haben, dass man eine "Spezial Pizza" bestellen konnte – ein Codewort für Kokain.
Es hatte sich aber wohl etwas zu weit herumgesprochen, nämlich so weit, dass auch Zivilfahnder der Polizei auf das Treiben des Kioskbesitzers aufmerksam wurden. Sie wollten sich den Laden genauer anschauen und verwickelten den Besitzer in ein Gespräch.
"Ja, auch Weißes und Grünes"
Sie kauften sich Getränke und fragten, ob man die an der Kioskauslage angebotenen SIM-Karten registrieren müsse. Der Betreiber habe dann angeboten, auch bereits registrierte Karten besorgen zu können.
Einer der Polizisten antwortete, dass man bei ihm am Kiosk "ja alles bekommt". Der Besitzer schöpfte offenbar keinen Verdacht, dass es sich bei seinen Gesprächspartnern um Zivilpolizisten handeln könnte, und sagte: "Ja, auch Weißes und Grünes", was in der Szenesprache für Kokain und Marihuana steht. Die Polizisten spielten weiter mit, gaben sich positiv überrascht und sagten, sie wollten zwei Gramm Kokain kaufen. Sie verließen den Kiosk unter einem Vorwand, alarmierten Verstärkung und dann wurde der Kiosk durchsucht. Drei Gramm Kokain und 53 Gramm Marihuana kamen dabei zum Vorschein.
Im Mai musste sich der Mann vor Gericht verantworten. Er gestand seine Taten und sagte, dass er wegen persönlicher Probleme und dem Stress als Selbstständiger in der Gastro kokainabhängig wurde.
Das Gericht sah es als "Regelbeispiel eines besonders schweren Falls". Der Mann habe den wiederholten Verkauf eingeräumt und er habe es bewusst getan, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Menge des gefundenen Marihuanas war nicht unerheblich, außerdem seien beide Drogen von sehr hoher Qualität und mit einem hohen Wirkstoffgehalt gewesen.
Das Münchner Amtsgericht hat ihn wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln und Cannabis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Kiosk ist mittlerweile insolvent und der Betrieb eingestellt.

