Spatenhaus an der Oper: Hat eine kriminelle Bande die Kuffler-Brüder abgezockt?
Einen krassen Verdacht hegten die Brüder Sebastian und Stephan Kuffler, die das Spatenhaus an der Oper betreiben: Hat ein Teil der Mitarbeiter sich zusammengetan, um sie systematisch zu betrügen und Geld abzuzweigen?
Selbst nach der Corona-Pandemie habe sich das Restaurant "Spatenhaus an der Oper" finanziell nicht erholt, schreiben die Wirte am Donnerstag in einer Mitteilung, in der sie die ganze Aktion beschreiben. "Alle Maßnahmen der Geschäfts- und Betriebsleitung zeigten keine Wirkung."
Spatenhaus an der Oper: Hat eine kriminelle Bande die Betreiber abgezockt?
Darum wurde der Verdacht größer, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht – und dass einzelne Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen "betrügerisches Verhalten" an den Tag legen, wie sie schreiben.

Sie kontaktierten daraufhin nach eigenen Angaben die Münchner Polizei, die zu ermitteln began. Dabei sei die Kriminalpolizei "einer organisierten Bande aus Teilen der Mitarbeitenden auf die Spur" gekommen. "Mutmaßlich seit Jahren" hätten die sie betrogen, so der Verdacht.
Laut den Kufflers wurden die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Sie würden zeigen, dass es sich "um einen klassischen Fall sogenannter 'Innentäter'" handle. Dabei würde "ausschließlich der Arbeitgeber" geschädigt, nicht aber die Gäste.
Wie die Münchner Polizei am Donnerstagmittag informiert, gibt es bei dem Fall Dutzende Verdächtige. Im März des vergangenen Jahres sei die Polizei informiert worden. Es wurden am Donnerstag über 50 Objekte in München, im Landkreis und in Oberbayern Nord durchsucht, aber auch Spinde im Spatenhaus an der Oper. Dabei seien rund 150 Polizisten im Einsatz gewesen.
Der Verdacht: Die betrügerischen Mitarbeiter sollen bestelltes Essen nicht in der Kasse registriert haben, wenn Kunden bar bezahlt haben.
Kufflers über Betrug: "Gewaltige kriminelle Energie"
Der Fall sei so krass, dass selbst die Polizei nicht "mit dem Ausmaß an Dreistigkeit einzelner Täter*innen", den "bandenmäßigen Strukturen" und der "gewaltigen kriminellen Energie" gerechnet hätte, so die Kufflers weiter.
"Mein Bruder und ich sind zutiefst erschüttert. Menschen, denen wir selbst in privaten Belangen zur Seite standen, haben uns über viele Jahre hinweg auf das Perfideste belogen und bestohlen", sagt Stephan Kuffler. "Es bleiben gewaltige Enttäuschung und zerrüttetes Vertrauen."
Wie hoch der Schaden ist, stehe noch nicht fest, wenn er überhaupt abschließend festgestellt werden könne.
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