Sooo ein sinnlicher Ton!

Es gibt auch schöne Münchnerinnen, die neben Sport und Biergarten auch noch etwas für Klassik übrighaben: Viola Seidel hat’s mit der Musik – und ohne ihre Oboe geht eigentlich gar nix. Am Donnerstag könnte sie die "Schöne Münchnerin" werden, wenn unter den fünf Finalistinnen eine Jury auswählt.
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Camay Sungu Illustration

Es gibt auch schöne Münchnerinnen, die neben Sport und Biergarten auch noch etwas für Klassik übrighaben: Viola Seidel hat’s mit der Musik – und ohne ihre Oboe geht eigentlich gar nix. Am Donnerstag könnte sie die "Schöne Münchnerin" werden, wenn unter den fünf Finalistinnen eine Jury auswählt.

Sie ist schlank, elegant, dazu ein bisschen kapriziös, auch mal wetterfühlig, und es dauert eine halbe Ewigkeit, bis man einen schönen Ton aus ihr herausbringt. Ausgerechnet die Oboe hat’s Viola Seidel angetan. Und nicht die Bratsche, wie man in der Schule gerne mal kalauerte. Die vielen Klappen? Sind das geringste Problem. Schon eher die Atmung. „Man braucht ganz schön Puste“, sagt die 21-Jährige.

Viola ist der Musik-Freak im Finale um die Schöne Münchnerin. Und das quäksende Oboen-Anfangsstadium hat sie längst hinter sich gelassen. Deshalb möchte die Abiturientin auch mehr aus ihrer Leidenschaft machen und sich an der Musikhochschule bewerben. „Lehrerin mit dem Schwerpunkt Musik würde ich gerne werden“, erzählt sie beim Treffen im Hofgarten. „Und ich wünsch’ mir, dass mehr Kinder eine Oboe von einer Klarinette unterscheiden können...“

Mit ihr ist am Dianatempel ist nicht nur die Musik schön

Klezmer-Mann Jakov Magid lässt zur Bestätigung sein Instrument aufjauchzen und schwärmt drei Takte weiter: „Wenn ich so schön wär’ wie dieses musikalische Mädel, hätte ich mit meiner Klarinette sicher eine tolle Karriere gemacht.“ Na bitte. Da kann ja nix mehr schief gehen.

Den Hofgarten hatte sich Viola ausgesucht, weil hier oft gute Musiker spielen. Einfach so. „Und im Diana-Tempel ist die Akustik besonders gut“, betont sie. Zwei Meter weiter macht sich ein Cellist startklar, stimmt nochmal durch und löst Jakov ab, der sich eine Pause gönnt und jetzt lieber mit seiner jungen Kollegin rumalbert.

Wo sie sonst noch hingeht? „Am liebsten zu den Münchner Philharmonikern, aber das kann ich mir nur ab und zu leisten.“ Deshalb ist ab September der ARD-Musikwettbewerb angesagt, wo man junge Hochkaräter gratis hören kann. Jetzt im August darf’s beim Theatron-Festival im Olypark auch gerne Rock oder Pop sein. Denn von Schubladen hält Viola nicht viel. „Klar liebe ich die Romantiker, bei Schumann schmelz’ ich dahin, aber zwischendurch zieht’s mich in die Disco!“ Oder sie plündert die CD-Sammlung ihres Vaters und beschallt das Haus mit Led Zeppelin.

Bis ihr Star nach München kommt, ist es eh noch eine Weile hin. „Ich bin ein großer Fan von Albrecht Mayer“ – und damit sind wir wieder bei Violas Lieblingsinstrument. Mayer ist Solo-Oboist bei den Berliner Philharmonikern, und natürlich kennt sie alle seine CDs. „Albrecht Mayer in Venedig“, die neue Scheibe, hat sie für uns schon mal auf Herz und Nieren geprüft. Ihr Urteil: „Fabelhaft! Besonders Vivaldi und die Marcello-Konzerte. An so was hab ich mich schon selber versucht. Und kann nur sagen: ganz schön schwer.“ Was an Mayer fasziniert? „Perfekte Technik und sooo ein sinnlicher Ton!“

cig

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