Sonne, Ritterfest und Rosenduft: Pfingstausflüge rund um München

Das lange Pfingstwochenende wird sonnig – perfekte Bedingungen für Ausflüge ins Münchner Umland. Hier sind unsere schönsten Tipps zwischen Chiemsee, Tölz und Tirol.
Nina Job
Nina Job,
Myriam Siegert,
Carmen Merckenschlager,
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Christa Sigg
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An Pfingsten lohnt sich ein Ausflug ins Umland. Unsere Tipps erreichen Sie mit der S- und Regionalbahn.
An Pfingsten lohnt sich ein Ausflug ins Umland. Unsere Tipps erreichen Sie mit der S- und Regionalbahn. © IMAGO/Michael Nguyen (www.imago-images.de)

Drei freie Tage, Sonne satt und endlich wieder Temperaturen, bei denen man den ganzen Tag draußen sein möchte: Das verlängerte Pfingstwochenende ist die perfekte Gelegenheit, München für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Zumal viele Ziele im Umland ganz unkompliziert mit Bahn oder S-Bahn erreichbar sind – ohne lange Planung, dafür mit viel Frühsommergefühl.

Dazu passt das Programm: Zwischen blühenden Klostergärten, Bierbänken unter freiem Himmel, mittelalterlichem Spektakel und farbstarker Kunst ist für fast jede Stimmung etwas dabei. Wer Lust auf Natur und Gartenideen hat, wird ebenso fündig wie Familien, Kulturliebhaber oder Ausflügler, die einfach ein bisschen raus wollen.

Und weil diesmal auch das Wetter mitspielt, lohnt sich der Blick über die Stadtgrenzen ganz besonders. Hier kommen unsere schönsten Ausflugstipps für die Pfingsttage rund um München.

Rosen- und Gartentage in Bad Tölz

Mit den sommerlichen Temperaturen wächst bei Hobbygärtnern die Lust, den Balkon zu bepflanzen oder den (Schreber-)Garten, wenn man denn einen hat. Viel schöner, als im Baumarkt einen Einkaufswagen vollzupacken, ist es doch, durch den Garten eines ehemaligen Franziskanerklosters zu flanieren, sich inspirieren zu lassen und mit Händlern und anderen Gartlern zu quatschen. Schon zum 25. Mal finden über Pfingsten die Tölzer Rosen- und Gartentage statt. Neben einer großen Rosenauswahl gibt es Stauden, Gehölze, Hauswurzen, Zwiebelpflanzen und Kräuter zu kaufen – überall blüht und duftet es. Etwa 160 Aussteller bieten Waren an, auch Gartengeräte, Kunsthandwerk, Holzmöbel, Schmuck und Kleidung. Zu Essen gibt es Steckerlfisch, Burger, Crêpes und mehr.

Mit der BRB kommt man in einer knappen Stunde entspannt nach Tölz (Deutschlandticket oder Zone M-6). Vom Bahnhof geht’s (stündlich) mit der MVV-Linie 311 (Stadtbus Linie 1) zur Haltestelle Max-Höfler-Platz. Wer mit dem Auto kommt: Parken kann man zum Beispiel kostenlos am Tölzer Bahnhof oder auf der Flinthöhe. 

Es blüht und duftet am früheren Kloster in Tölz.
Es blüht und duftet am früheren Kloster in Tölz. © Tölzer Rosentage

Bis 25. Mai 10-18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr. Adresse: Am Max-Höfler-Platz 1a. Tageseintritt 8 Euro (ermäßigt 7 Euro), Kinder bis 15 Jahre frei. Angeleinte Hunde dürfen aufs Gelände.

Ludwigs Wintergarten-Traum 

Touristenziel hin oder her – ein Ausflug zum Schloss Herrenchiemsee lohnt immer. Ab Pfingstsonntag besonders, denn es gibt etwas Neues zu sehen: Die Bayerische Schlösserverwaltung macht den verlorenen Wintergarten Ludwigs II., der einst auf dem Dach der Residenz in München thronte, neu erfahrbar. Im König Ludwig II.-Museum des Neuen Schlosses Herrenchiemsee bietet eine moderne Präsentation spannende Einblicke. Der neu gestaltete Bereich öffnet am Pfingstsonntag mit originalen Ausstattungsstücken, botanisch inspirierten Kulissenelementen und einer Medienstation zur Visualisierung des originalen Wintergartens.

Hoch über den Dächern Münchens, auf dem Nordflügel der Residenz am Hofgarten, ließ König Ludwig II. zwischen 1869 und 1871 durch Hofgarteninspektor Carl Effner einen Rückzugsort der besonderen Art errichten, mitten in der Stadt und doch fernab der Öffentlichkeit.

Ein grünes Paradies mit tropischen Pflanzen und Tieren. Inspiriert von der exotischen Mode seiner Zeit ließ König Ludwig II. etwa einen befahrbaren See mit Kahn, kleine orientalische Bauten, eine künstliche Grotte mit Mondscheinbeleuchtung und monumentale Landschaftsgemälde als Hintergrund umsetzen. Auch Schwäne aus dem Nymphenburger Schlosspark wurden dorthin gebracht. Ab 1897 wurde der Wintergarten unter Prinzregent Luitpold rückgebaut.

Der Wintergarten: 70 Meter lang und überwölbt von einer Tonnenkonstruktion aus Eisen und Glas.
Der Wintergarten: 70 Meter lang und überwölbt von einer Tonnenkonstruktion aus Eisen und Glas. © BSV

Ein Prosit an Pfingsten

Feiern unter freiem Himmel, günstige Preise und Unterhaltung für die ganze Familie: Das bietet das Maisacher Brauereifest, von Freitag, 22. Mai bis Pfingstsonntag, 24. Mai. Der Samstag startet gemütlich ab 12 Uhr, am Nachmittag gibt es eine Führung durch das historische Sudhaus.

Für Kinder stehen Samstag und Sonntag eine Hüpfburg und Kinderschminken bereit. Ab 19.30 Uhr sorgt die Band Volxxbeat für Stimmung. Der Pfingstsonntag bietet unter anderem ein Kinderkonzert mit der Donikkl Crew, für den musikalischen Abschluss sorgt am Abend die Band Manyana. Von Pasing aus fährt die S3 nach Maisach. Der Eintritt ist frei, die Maß kostet 9,50 Euro.  

Das Fest findet auf dem Gelände der Maisacher Brauerei statt.
Das Fest findet auf dem Gelände der Maisacher Brauerei statt. © privat

Ritterturniere und Gaukelei

Wieso nicht mal wieder nach Österreich fahren – auf eine Jause oder einen Verlängerten? Von München aus ist Kufstein in weniger als eineinhalb Stunden mit der Bahn erreicht. Mit dem Regionalzug kann man sogar mit dem Deutschlandticket anreisen. Über die Pfingsttage lohnt sich ein Ausflug nach Kufstein außerdem ganz besonders: Dann findet nämlich das diesjährige Ritterfest statt.

Dabei wird die über 800 Jahre alte Festung zu einem mittelalterlichen Dorf – samt Ritterturnieren, Gauklern und Feuerkünstlern. Auf einem Markt wird gewerkelt, zu essen gibt es freilich auch. Die Festung liegt 200 Meter vom Hauptbahnhof Kufstein entfernt, ist also zu Fuß wunderbar erreichbar. Samstag, Sonntag und Montag ist auf der Festung Programm bis in den Abend geboten. 

Die Festung in Kufstein wird am Wochenende zur mittelalterlichen Festung.
Die Festung in Kufstein wird am Wochenende zur mittelalterlichen Festung. © IMAGO/imageBROKER/Burkhard Sauskojus (www.imago-images.de)

Karten im Vorverkauf und genaues Programm unter www.ritter-fest.de/ An der Tageskasse zahlen Erwachsene 24 Euro

Farbstarke Wiedereröffnung

Mehr als zwei Monate war das Buchheim Museum "baustellenbedingt" geschlossen – nun öffnen sich am Pfingstwochenende wieder die Tore, und es gibt gleich zwei neue Ausstellungen. Einmal ist das zum 25-jährigen Bestehen der Rückblick auf ein durchaus umstrittenes Haus, das sich mit der Zeit zum Besuchermagneten entwickelt hat und nun im Herbst sogar einen Erweiterungsbau bekommt.

Die von Lothar-Günther Buchheim gesammelte Mischung ist schräg, doch die formidable Expressionistensammlung reißt’s raus. Das zeigt auch die zweite Schau über "Karl Schmidt-Rottluff und das Erbe der Brücke".

Auch Ernst Ludwig Kirchners "Mädchenakt im Atelier" von 1909 ist in der neuen Ausstellung zu sehen.
Auch Ernst Ludwig Kirchners "Mädchenakt im Atelier" von 1909 ist in der neuen Ausstellung zu sehen. © Nikolaus Steglich (Buchheim Museum der Phantasie, B)

Samstag ab 17 Uhr Eröffnung, Rupidoo Tanz Party 19 bis 2 Uhr, Pfingstmontag Kombiführung um 15 Uhr, mehr Programm auf www.buchheimmuseum.de, Di bis So 10 bis 18 Uhr

Alles so schön blau hier

Lang war’s her, dass er beim Blauen Reiter mit dabei war. Aber das Faible für Farben ist Heinrich Campendonk immer geblieben. Man mag manchmal mit den Forman hadern, aber dieses Gespür für Abstufungen – und besonders bei den Blautönen ist betörend! Schön also, dass man sich am Museum Penzberg nun auf diese Farbe konzentriert. Vom bläulichen Akt aus den frühen 1930er Jahren bis zum "Gänseflug", der um 1950 entstand.

Heinrich Campendonks Ölbild "Gänseflug", um 1950, erinnert an Glasfenster.
Heinrich Campendonks Ölbild "Gänseflug", um 1950, erinnert an Glasfenster. © Museum Penzberg © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Bis 28. Juni, Mi bis So 10 bis 17 Uhr, museum-penzberg.de

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  • Radl Rainer vor einer Stunde / Bewertung:

    Weil es an solchen Ferien- und Feiertagswochenenden immer wieder zu Frust bei der BRB/BOB kommt: Jeder Sitzplatz, jeder Stellplatz, jeder Zug ist vom Verkehrsministerium des Landes so ausgewählt und bestellt worden. Das miese Angebot ist einzig und alleine Schuld des Freistaates.

    Schaut man nach BaWü oder Hessen, wo progressivere CDU-Politiker mit an der Macht sind, sieht man bessere Infrastruktur, bessere Fahrzeuge, bessere Fahrpläne und mehr Radl-Stellplätze (oder Ski/Rodel im Winter).

    Es ist Teil der Anti-Bahn- und Pro-Autobahn-Politik aus den 1960er Jahren der CSU, die bis heute einen modernen Freistaat verhindert.

    Also, liebe München, fahrt mit dem Auto ins Vorland, stellt/parkt alles zu, damit die dortigen CSU-Wähler leiden und ihre eigene Medizin schmecken dürfen.

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