Sommer – bitte warten!

Bis Mitte August ist das Wetter wankelmütig – dann soll es wieder Sonnenphasen geben. Solche Wechsel sind durchaus normal in Mitteleuropa. Wir sind halt verwöhnt vom Sommermärchen 2006.
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Feucht-fröhliche Szene vom Christopher Street Day am Wochenende in München
Daniel von Loeper Feucht-fröhliche Szene vom Christopher Street Day am Wochenende in München

MÜNCHEN - Bis Mitte August ist das Wetter wankelmütig – dann soll es wieder Sonnenphasen geben. Solche Wechsel sind durchaus normal in Mitteleuropa. Wir sind halt verwöhnt vom Sommermärchen 2006.

Positiv denken heißt zur Zeit die Devise. Zumindest was das aktuelle „Sauwetter“ betrifft. Das kann man von Andrea lernen: Die 50-Jährige zog am Sonntag trotz Regen eisern ihre Bahnen im Schyrenbad und nahm’s mit Humor: „Da ist es wenigstens schön leer.“

Die klimatischen Aussichten verlangen eindeutig Flexibilität: „Wir müssen uns bis Mitte August weiter auf extremes Wechselwetter einstellen“, sagt Udo Baum, Metereologe und Diplom-Geograph vom Wetterdienst „Qmet“. Auf einzelne warme bis heiße Tage folgt immer rasch wieder ein kräftiger Temperatursturz mit starkem Regen, Gewittern und Unwettern.

Schuld daran ist eine so genannte „VB-Lage“ wie es im Profijargon heißt. Diese spezifische Zugbahn von Tiefdruckgebieten, die vom Mittelmeer kommen, dann über Bayern nach Polen ziehen und für viel Regen sorgen, hat im August 2002 übrigens zum katastrophalen Elbhochwasser geführt.

Bereits die wechselhafte Witterung um den Siebenschläfertag am 27. Juni ließ das Schlimmste befürchten: „Nach der alten Bauernregel bleibt das Wetter sieben Wochen so, wie es in diesen Tagen ist. Das deckt sich mit wissenschaftlichen Langzeitbeobachtungen zu 75 bis 80 Prozent“, bestätigt Udo Baum.

Verantwortlich für das derzeitige Wetter ist auch der verfrühte Sommer: Der Wonnemonat Mai war mit durchschnittlich 2,6 Grad mehr viel zu warm und zu trocken, im Juni waren es 1,7 Grad. „Immer wenn es schon sehr früh im Jahr heiß wird, wächst die Gefahr für eine unbeständig-feuchte Phase, eine so genannte Sommermonsunlage“, sagt Baum. Und die ist für den Körper extrem anstrengend: „Sie macht müde, führt zu Konzentrationsmängeln und erhöhter Unfallgefahr.“ Das gilt besonders für Ältere und bei Herzkreislaufproblemen. Die Schwüle verursacht zudem Kopfweh und Migräne.

Wissenschaftlich betrachtet ist das aktuelle Wetter übrigens für Meteorologen kein Grund zur Aufregung. Auch wenn man’s ungern glaubt: „Der Wechsel von heißen und regnerischen Phasen ist für das Sommerwetter in Mitteleuropa völlig normal“, beruhigt Baum. „Wir sind einfach verwöhnt von den letzten Jahren mit stabilen Monaten wie dem WM-Juli 2006.“

Zugegeben, die letzten Tage seien bei uns im Süden wirklich viel zu nass und kühl verlaufen. Aber ab Dienstag naht Besserung. Damit können die Münchner für das große Altstadtringfest zum 850.Stadtgeburtstag am nächsten Wochenende hoffen. Die Vorhersage ist positiv (60 zu 40).

Am Samstag soll es mit 25 Grad wieder schön werden, bis auf einzelne Schauer am Abend. Mit Glück bleibt’s am Sonntag ganz trocken. Übrigens: Das Schwabinger Straßenfest wurde wegen der Wetterprognose auf den 26. Juli verschoben. „Werd scho werdn!“ Und ab Mitte August soll es bis Ende September anhaltend wunderschön werden.

Michael Backmund

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