Soll München nochmal antreten?

Die AZ-Redakteure Arno Makowsky und Georg Thanscheidt diskutieren, ob München sich für die Winterspiele 2022 bewerben sollte.
| Arno Makowsky, Georg Thanscheidt
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Die AZ-Redakteure Arno Makowsky (li.) und Georg Thanscheidt
AZ Die AZ-Redakteure Arno Makowsky (li.) und Georg Thanscheidt

Pro von Arno Makowsky:

Steh auf, wenn du am Boden bist – das singen die Toten Hosen, und damit haben sie Recht. Die Koreaner haben gewonnen – geschenkt, jetzt geht es weiter.

Schon deshalb, weil München der moralische Sieger dieser Olympia-Wahl ist (tollere Stadt, besseres Konzept, schönere Repräsentantin) und nächstes Mal wahrscheinlich gewinnen würde.
Vor allem aber deshalb, weil es Spaß macht, ein Ziel vor Augen zu haben. Menschen, die sich für eine grandiose Sache einsetzen (und sei sie noch so verrückt), sind zu mehr fähig als nüchterne, kopfgesteuerte Realisten.

Das gilt auch für eine ganze Stadt: Ein München, das an etwas glaubt und von etwas träumt, ist lebenswerter, schöner, aufregender als die selbstzufriedene alte Residenzstadt. Größenwahn war schon immer ein Lebenselixier der Münchner. Deshalb müssen wir uns unbedingt für die Winterspiele 2022 bewerben. Der Traum darf nicht zu Ende gehen. Ob er letztlich erfüllt wird, ist gar nicht so wichtig.

Kontra von Georg Thanscheidt

Gott sei Dank ist dieser olympische Kelch noch einmal an uns vorbei gegangen. Jetzt hat Südkorea das Vergnügen mit den grauen Herren vom IOC – diesem Gremium, das die olympische Idee gekapert hat und seitdem im Zeichen der fünf Ringe Milliarden scheffelt. Was offenbar einigen Mitgliedern persönlich nicht reicht – seit dem Korruptionsskandal von 1998 werden immer wieder Gerüchte um das unsaubere Geschäftsgebaren einiger Mitglieder laut. Dass die Verträge des IOC mindestens gegen die guten Sitten und eigentlich auch gegen geltendes Recht verstoßen, weiß man spätestens seit der Salzburg-Bewerbung.

Und: Wer hindert die Politiker eigentlich daran, Wohnungen und eine neue Stammstrecke zu bauen? Niemand – sie müssen nur ihre Wahlversprechen einhalten. Olympia braucht es dafür nicht – und auf eine Extra-Fahrspur für Funktionäre von München nach Garmisch können wir ganz sicher verzichten. Das galt für Olympia 2018, das gilt auch für 2022.

 

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