Söder im Gesundheitsamt: "Nachverfolgung so lange wie möglich"

Der Ministerpräsident besucht das Gesundheitsamt. 500 Mitarbeiter ermitteln dort Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. Wie lange das noch möglich ist, ist unklar.
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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich bei einem Rundgang im Gesundheitsamt über das Kontaktpersonen-Management informiert. An den Arbeitsplätzen sitzen jetzt zur Unterstützung zum Teil auch Bundeswehrsoldaten.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich bei einem Rundgang im Gesundheitsamt über das Kontaktpersonen-Management informiert. An den Arbeitsplätzen sitzen jetzt zur Unterstützung zum Teil auch Bundeswehrsoldaten. © Peter Kneffel/dpa

München - Sie arbeiten sieben Tage die Woche, um bei positiven Corona-Fällen die Kontaktpersonen zu ermitteln — und diese dann zu kontaktieren. Von den insgesamt 500 Mitarbeitern wurden 200 von anderen städtischen Dienststellen als dem Gesundheitsamt abgerufen. 27 Soldaten unterstützen das Team zusätzlich.

1.200 Neuinfizierte werden wöchentlich kontaktiert

Die Presse darf sich vor Ort kein Bild machen von der Arbeit des Kontaktpersonen-Ermittlungsteams.

Aus Platzgründen und weil man die Privatsphäre der Mitarbeiter berücksichtige, erklärt Stadtdirektor und Gesundheitsamt-Mitarbeiter Rudolf Fuchs. Er versichert jedoch: "Alle Mitarbeiter arbeiten unter coronagerechten Bedingungen."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und OB Dieter Reiter (SPD) dürfen am Donnerstagmorgen sehr wohl einen Blick in die Räumlichkeiten in der Bayerstraße werfen, in denen wöchentlich die nun etwa 6.000 Kontaktpersonen der 1.200 Neuinfizierten kontaktiert werden.

Gesundheitsamt soll "so lange wie möglich" weitermachen

Wenig später treten die Politiker im Innenhof des Gesundheitsamtes vor die Presse. Und erzählen wenig über die Arbeit des Kontaktermittlungs-Teams - und umso mehr Altbekanntes zu der aktuellen Infektionslage. Söder sagt: "Die Lage ist wie befürchtet. Wir sind keine Ausnahme von der Welt." Mit der Nachverfolgung, wie sie gerade im Gesundheitsamt erfolgt, wolle man noch "so lange wie möglich" weitermachen.

Söder befürchtet weiteren Anstieg der Coronazahlen

Was arg nach Endzeitstimmung klingen mag, sei aber keine. Söder: "Irgendwann wird es wieder Licht am Ende des Tunnels geben." Doch bis das der Fall sein wird, befürchtet der Minister, dass die Infektionszahlen weiter exponentiell in die Höhe schnellen dürften.

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Söder ruft erneut alle Menschen zu Vorsicht und Solidarität mit denen auf, "die eine Infektion nicht so einfach abschütteln". Er sagt: "Wenn wir jetzt ein bisschen mehr machen, dann bleibt uns vieles andere dann erspart."

Mehr Mitarbeiter für die Nachverfolgung

Gleichzeitig scheint ihm selbst sehr wohl bewusst, wie wenig neu dieser Aufruf ist. Er sagt: "Ich würde auch mal wieder gerne etwas anderes machen, als Pressekonferenzen zum Thema Corona zu geben."

Um das Kontaktketten-Ermittlungsteam im Gesundheitsamt zu unterstützen, wolle der Freistaat 200 weitere Mitarbeiter zur Verfügung stellen, kündigt Melanie Huml derweil an.

Münchner OB Reiter gibt sich optimistisch

Und OB Reiter? Der geht daraufhin dann doch noch auf die Arbeit des Ermittlungs-Teams ein. "Es ist ein anspruchsvoller Job, den die Mitarbeiter hier machen", sagt der OB. "Schließlich ist es nicht gerade ein Lottogewinn, den sie dort verkünden, wenn sie Kontaktpersonen anrufen."

In München ist die Infektionsrate je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag auf 82,4 gestiegen. OB Reiter sagt, diese Zahl sei "unglaublich hoch". Doch auch Reiter setzt auf Optimismus. "Ich bin sicher, dass wir die Ergebnisse unserer Maßnahmen spätestens zu Beginn der Herbstferien sehen werden."

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