So wird der Willy-Brandt-Platz in Riem umgestaltet
Erst 20 Jahre ist der Willy-Brandt-Platz vor den Riem Arcaden alt. Und doch ist er schon nicht mehr zeitgemäß. Hier gibt es kaum Grün, kaum Schatten, dafür eine sehr große graue, leere Fläche: Der Platz ist 120 Meter lang und 120 Meter breit. Macht: 14.000 Quadratmeter. "Das ist doppelt so groß wie die Rasenfläche der Allianz Arena", sagt Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne).
Oder auch doppelt so groß wie der Marienplatz. Nur: So viel ist auf dem Willy-Brandt-Platz nie los. "Er ist ein Platz der Leere geblieben", sagt Bürgermeister Dominik Krause, der in ein paar Wochen Münchens erster grüner Oberbürgermeister ist.
Im Wahlkampf hat er mehr Grün für München versprochen. Doch als Teil der Stadtregierung haben die Grünen schon vorher Umgestaltungen von Plätzen und Straßen vorangetrieben. Und nun bekommt auch der Willy-Brandt-Platz eine Schönheitskur. Die Umbauarbeiten starten jetzt.

Für den symbolischen Spatenstich sind die Baureferentin, der Bürgermeister, Vertreter des Bezirksausschusses und der Regierung von Oberbayern nach Riem gekommen – und haben dort die Pläne erklärt.
98 Bäume werden vor den Riem Arcaden gepflanzt
Vorarbeiten hat die Stadt schon gemacht. Zum Beispiel fällte sie 50 Bäume. "Sie haben sich nicht gut entwickelt", sagt Baureferentin Ehbauer. Insgesamt pflanzt die Stadt nun 98 Bäume – es kommt also ein kleiner Wald vor das Einkaufscenter. Außerdem legt das Baureferat ein Wildstaudenmeer mit bis zu 75 verschiedenen blühenden Pflanzen, Stauden, Gräsern und Kräutern an.

Es soll zahlreiche Sitzgelegenheiten geben, auf denen man sich im Schatten ausruhen kann. Aber auch für Aktivere ist etwas geboten: Es sollen Fitnessgeräte und Boulderwände aufgestellt werden. An Beeten sollen die Münchner garteln können. Baureferentin Ehbauer rechnet fest damit, dass Kindern der Platz gefallen wird und dass sie dort gerne spielen: Denn auch ein neuer, ebenerdiger Brunnen mit 44 Fontänen soll kommen.
Der Platz wird laut Ehbauer barrierefrei, der Wochenmarkt und andere Veranstaltungen sollen weiterhin dort stattfinden können. "Wenn nicht irgendetwas Unvorhersehbares passiert, werden wir bis Anfang 2028 fertig sein", sagt sie.
Vorher ist in Riem freilich erst einmal eine große Baustelle. Doch sie soll die Passanten und die Geschäftsleute nicht zu sehr beeinträchtigen. "Der Platz wird immer überquerbar sein. Alles wird erreichbar bleiben", verspricht Ehbauer.

Das Projekt ist teuer: 18,6 Millionen wird die Umgestaltung kosten. "Alleine könnte das die Stadt nicht stemmen", sagt Krause. Er und die Baureferentin freuen sich deshalb über Fördergelder. Die Hälfte der Kosten werden bezuschusst. Ein Teil kommt vom Bund, am meisten aber hilft der Freistaat – nämlich mit 6,6 Millionen Euro.
Und welchen Platz packt der neue Fast-Oberbürgermeister als Nächstes an? Einen konkreten Plan verrät Krause der AZ nicht. Grundsätzlich sei es ihm wichtig, die Aufenthaltsqualität am Stadtrand zu stärken.

