So teuer wird Gas in München

Der nächste Winter wird ein kostspieliges Vergnügen - die Münchner müssen sich schon jetzt auf steigende Gaspreise einstellen.
| Julia Lenders
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 Der nächste Winter wird ein kostspieliges Vergnügen - die Münchner müssen sich schon jetzt auf steigende Gaspreise einstellen.

München - Auf Gaskunden der Stadtwerke München (SWM) kommt eine saftige Preiserhöhung zu: Zum 1. Juli ziehen die Kosten für Erdgas bei Privatkunden um bis zu 6,4 Prozent an. Die AZ erklärt, was das für den einzelnen Haushalt bedeutet – und wie die SWM mit ihren neuen Preisen im Vergleich abschneiden.

Geschätzte 230000 Gas-Bezieher sind in München von der Verteuerung betroffen. Die genaue Kundenzahl wollen die Stadtwerke nicht herausrücken, weil es sich um „wettbewerbssensible Daten“ handele. Im Vertragsangebot „M-Erdgas-M“ wirkt sich der neue Tarif für sie so aus: Wer alleine lebt und einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1000 Kubikmetern hat, muss künftig 54,35 Euro pro Monat bezahlen. Das sind jedes Mal 3,15 Euro mehr als bisher (plus 6,2 Prozent).

Bei einem klassischen Zwei-Personen-Haushalt schlägt Erdgas ab Juli mit monatlich 85,45 Euro zu Buche. Das heißt: es wird um 5,08 Euro teurer (plus 6,3 Prozent). Eine Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3000 Kubikmetern muss mit 143,22 Euro rechnen, die sich jeden Monat in Gas auflösen – also 8,66 Euro mehr. Aufs Jahr gesehen summiert sich das auf knapp 104 Euro. Damit liegt die Preissteigerung bei 6,4 Prozent.

Die Stadtwerke begründen die Erhöhung so: „Die Preise für Energie sind weltweit gestiegen. Dies wirkt sich auch auf die Erdgas-Einkaufspreise der SWM aus.“ 2009 hatte das städtische Versorgungsunternehmen seine Preise in zwei Schritten um insgesamt rund 32 Prozent gesenkt.

Seither waren sie konstant geblieben. Wie schneidet das zukünftige Angebot im Vergleich ab? Der CSU-Stadtrat und passionierte SWM-Kritiker Marian Offman hat wenig Verständnis für den Preissprung: „Die Stadtwerke sind schon jetzt mit dem alten Tarif teurer als eine Vielzahl anderer qualitativ vergleichbarer Versorger“, meint er. „Also frage ich mich, warum sie überhaupt erhöhen?“

Das Verbraucherportal Verivox berichtet von bundesweit insgesamt 22 Gaspreis-Erhöhungen, die in den Monaten Mai, Juni und Juli greifen. Im Schnitt werden dabei 8,5 Prozent mehr verlangt. Da liegen die Stadtwerke München also drunter. Ein Anbieter-Wechsel könnte sich allerdings lohnen, vor allem bei Kunden, die den Grundversorgungstarif bezahlen: Laut Verivox macht die Ersparnis bei einem Reihenhaus bis zu 417 Euro im Jahr aus - auch ohne Vorauskasse.

 

 


 

Wer Gas-Kunde bei den Stadtwerken bleiben möchte und trotzdem sparen will, sollte prüfen, welchen Vertrag er hat. So lassen sich zum Beispiel durch den Wechsel von der Versorgung zu allgemeinen Preisen in das Vertragsangebot M-Erdgas M bis zu acht Prozent sparen – bei gleichen Konditionen. Damit wäre die Preiserhöhung schon abgefangen.


Wer Fragen hat oder Rat benötigt: Im Internet findet sich ein Tarifberater unter der Web-Adresse swm.de/tarifberater, der alle aktuellen SWM-Produktangebote vergleicht. Auch per Telefon kann man sich beraten lassen unter der Nummer 0800 796 796 7, die kostenlos aus dem Festnetz erreichbar ist. Wer lieber zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, kann sich im Vergleichsportal Verivox einen Überblick über die verschiedenen Tarife und Konditionen verschaffen.


Die Internetadresse lautet: www.verivox.de.

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