"So kann es nicht weitergehen": Schüler-Protest am Französischen Gymnasium in München

Aus Protest haben am Montag rund 50 Schüler des Lycée Jean Renoir in Sendling den Unterricht boykottiert und sind vom Schulhof zu einer spontanen Kundgebung vor das französische Konsulat in München gezogen.
von  Jan Krattiger
Etwa 50 Schülerinnen und Schüler des französischen Gymnasiums "Lycée Jean Renoir" haben am Montag demonstriert.
Etwa 50 Schülerinnen und Schüler des französischen Gymnasiums "Lycée Jean Renoir" haben am Montag demonstriert. © Daniel von Loeper

Die Bilder der riesigen Schülerdemonstrationen der vergangenen Wochen in Frankreich – und der Großdemonstration von vergangenem Samstag – haben auch in München Reaktionen hervorgerufen: Rund 50 Schülerinnen und Schüler des französischen Gymnasiums "Lycée Jean Renoir" in Sendling haben sich am Montagmorgen dazu entschlossen, zu demonstrieren, anstatt zur Schule zu gehen.

Schilder der Schülerdemonstranten mit ihren Forderungen – darunter auch Demosprüche, die sich auch in Frankreich in Windeseile verbreitet haben.
Schilder der Schülerdemonstranten mit ihren Forderungen – darunter auch Demosprüche, die sich auch in Frankreich in Windeseile verbreitet haben. © Daniel von Loeper

Der friedliche Protest vor der Schule war zwar vorab angekündigt, aber nicht angemeldet bei den Behörden. In Absprache mit der Polizei, die gegen 9.15 Uhr vor der Schule eintraf, wurde eine Spontankundgebung daraus und die Schüler beschlossen, zum französischen Konsulat in der Heimeranstraße zu ziehen.

"Hoffen, dass die Regierung die Forderungen ernst nimmt"

"Wir hoffen wirklich, dass die Regierung die Forderungen der Schüler endlich ernst nimmt", sagt ein Elftklässler, der gerne anonym bleiben möchte, zu ihrer Motivation, auf die Straße zu gehen. "So kann es einfach nicht weitergehen".

Die demonstrierenden Schüler vor dem französischen Konsulat in der Heimeranstraße.
Die demonstrierenden Schüler vor dem französischen Konsulat in der Heimeranstraße. © Daniel von Loeper

Die Lage an vielen Schulen sei kritisch, insbesondere in Bezug auf fehlendes Personal, klamme Finanzen und marode Gebäude.

Laut Polizei wurden auf Französisch Parolen gerufen in Zusammenhang mit den Protesten in Frankreich und es wurden Transparente und Schilder gezeigt. Strafrechtlich Relevantes sei laut Polizei nicht dabei gewesen.

Gegen 11.40 Uhr war die Kundgebung vorbei, sie verlief laut Polizei friedlich und ohne Vorkommnisse. Es waren rund 30 Polizisten im Einsatz.

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