Sicher feiern: Der Knigge fürs Corona-Fest

Die Angst vor dem Coronavirus schwebt über den Festtagen. Chefarzt Wendtner vom Klinikum Schwabing hat Tipps fürs sichere Feiern.
| Rosemarie Vielreicher
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Selbst die Christbaumkugel trägt in diesem Jahr Mundschutz.
Selbst die Christbaumkugel trägt in diesem Jahr Mundschutz. © Tom Weller/dpa

München - Wie jedes Jahr - so wird das Weihnachtsfest 2020 definitiv nicht. Aber welche Regeln sollte man beachten? Wie schützt man sich und seine Familie und hat dennoch ein gemeinsames Fest? Der Schwabinger Chefarzt Clemens Wendtner - er hat im Frühjahr die ersten Corona-Patienten Deutschlands behandelt - gibt Empfehlungen. 

Was sollte man vor dem Treffen mit den Liebsten beachten?

Bevor es zur Familie geht, empfiehlt Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie in der München Klinik Schwabing, in einer Mitteilung dringend Selbstisolation. Von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen dauere es fünf bis sechs Tage, erklärt der Experte. In dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr am höchsten. Dazu kommt, dass 45 Prozent der Covid-19-Infektionen ohne Symptome verlaufen. Er rät daher zu einer freiwilligen Isolation "im Idealfall zehn Tage oder mehr".

Wendtner weiß aber auch: "Natürlich ist ein langer Isolationszeitraum nicht für jeden machbar. Dann sind weniger Tage der Selbstisolation besser als gar keine Isolation - man kann grundsätzlich sagen: Jeder Tag Selbstisolation gibt ein Stück mehr Sicherheit."

Wendtner.
Wendtner. © -/München Klinik/dpa

Wie kann man die Großeltern noch schützen?

Wendtners Ratschlag lautet: "Am Tag vor der Abfahrt zu Oma und Opa sollten alle Familienmitglieder nochmal überprüfen, ob sie symptomfrei sind - das heißt: kein Husten, keine erhöhte Temperatur, kein Kopfweh oder Durchfall, die Weihnachtsplätzchen riechen und schmecken noch, wie sie sollen."

Wie viel Abstand braucht man beim Fest?

Ständig die Maske tragen und immer auf 1,5 Meter Abstand bleiben, auch Wendtner ist sich bewusst, dass das schwierig durchzuhalten ist. Deswegen sei es umso wichtiger, "dass der Teilnehmerkreis bei der Weihnachtsfeier so klein wie möglich gehalten wird und sich alle Beteiligten vorab konsequent isolieren".

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Aber selbst dann sollten die AHA-Regeln (Abstand - Hygiene - Alltagsmasken) möglichst nicht vernachlässigt werden. "Händewaschen und Handhygiene sollten auch an den Weihnachtstagen weiterverfolgt werden, zur Begrüßung haben sich ja mittlerweile Formeln fernab des Handschlags fest etabliert. Und nicht zuletzt gilt bei längerem Beisammensein auf engem Raum: lüften, lüften, lüften."

Wie reist man sicher an?

Wendtner sagt: "Aus infektiologischer Sicht ist sicherlich das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel für die Weihnachtstage." Aber es sollte dabei keinen Kontakt zu anderen Hausständen geben. Fahrgemeinschaften seien also ein Tabu. Sitzt ein Risikopatient mit im Auto, ist das Tragen einer Maske empfehlenswert. Und für eine längere Zugfahrt empfiehlt der Mediziner FFP2-Masken als Schutz vor einer möglichen Ansteckung.

Wie sicher ist ein Antigen-Schnelltest?

Schwabings Chef-Infektiologe will keine falsche Sicherheit erwecken: "Ein negatives Testergebnis in maximal 30 Minuten und im Anschluss sorgenfrei an Weihnachten die Urgroßmutter besuchen - so schön das wäre, entspricht das innerhalb unserer verfügbaren Testmöglichkeiten aktuell leider nicht der Realität."

Der "Goldstandard" bleibe der PCR-Test, den ein Labor auswertet. Die Schnelltests liefern demnach nur einen aussagekräftigen Wert für maximal 24 Stunden. "Wer am Montag den Test macht und am Donnerstagabend zu Verwandten fährt, müsste den Test demnach am Donnerstagvormittag zur Sicherheit wiederholen."

Grundsätzlich sagt er: Wer mit Fieber, trockenem Husten oder anderen Symptomen kämpft, sollte nicht zur Familie fahren. Sichere statt stille Nacht - das geht in diesem Jahr vor.

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