Sexueller Missbrauch am Alten Botanischen Garten: Gericht fällt Urteil

Ein Schöffengericht am Amtsgericht München hat einen Mann aus Eritrea wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Der 32-Jährige hatte im Juni 2025 im Vorbeigehen einer Schülerin am Alten Botanischen Garten in München an die Brust gefasst. Der Mann ist jetzt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.
Sexueller Übergriff im Vorbeigehen
Die 13 Jahre alte Schülerin aus München hatte im vergangenen Sommer mit ihrer Klasse einen Ausflug in die Stadt unternommen. Das Mädchen und eine Freundin gingen mit einer Lehrkraft voraus. Auf dem Gehweg an der Elisenstraße kamen ihnen am Rande des Alten Botanischen Gartens zwei Männer entgegen. Einer von ihnen, ein 32-Jähriger aus Eritrea, fasste dem Mädchen nach Polizeiangaben im Vorbeigehen an die Brust.
Die 13-Jährige reagierte geistesgegenwärtig und schlug die Hand des Mannes weg.
Die Lehrkraft verständigte den Polizeinotruf. Innerhalb weniger Minuten lief eine Fahndung nach den Männern an. Der 32-Jährige rannte in den Park. Dabei wurde er von einer der aufgestellten automatischen Kameras gefilmt, wie die Polizei damals mitteilte. Auf dem Video war später zu sehen, wie der mutmaßliche Täter in der Grünanlage seine Kleidung wechselte. Beamte in der Einsatzzentrale gaben die Information sofort an die Polizisten vor Ort weiter. Bereits rund eine Stunde später nahmen Beamte den Verdächtigen fest.
Der Mann hatte bereits zuvor etliche Unterlagen bei der Polizei wegen Drogendelikten, Körperverletzung, Raub und Eigentumsdelikten. Erst Mitte Mai 2025 war der Verdächtige aus der Haft entlassen worden. Wegen Sexualdelikten war er bisher nicht aufgefallen. Laut Alkoholtest hatte er 1,5 Promille.
Täter sitzt seit Monaten hinter Gitter
Der Verdächtige saß seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht verurteilte den 32-Jährigen am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe. Weil das Opfer zur Tatzeit erst 13 Jahre alt war und damit noch minderjährig, gilt die Tat juristisch als sexueller Missbrauch.
Verstärkte Polizeipräsenz in der Grünanlage
Der sexuelle Übergriff in unmittelbarer Nähe des Alten Botanischen Gartens heizte im vergangenen Jahr die Diskussion um die Sicherheitslage im Bahnhofsviertel erneut an. Die Polizei hat die Kontrollen deutlich verschärft. Zudem gilt ein Alkohol-, Waffen- und Cannabisverbot im Park. "Die Zahl der Straftaten hat sich deutlich reduziert", betonte vergangenes Jahr Polizeisprecher Thomas Schelshorn.
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