Sex-Täter überfällt 36-Jährige im Treppenhaus

Der Hilfsarbeiter soll sein Opfer vergewaltigt haben. Im Prozess entschuldigt er sich.
| John Schneider
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Vergewaltigungsvorwurf: Martin A. (25) vor dem Prozess.
jot Vergewaltigungsvorwurf: Martin A. (25) vor dem Prozess.

München - Gegen zwei Uhr morgen in Sendling: Eine Frau (36) ist auf dem Nachhauseweg. Sie hat einen engen Lederrock an. Als sie sich in der Nähe einer U-Bahn-Station nach vorne beugt, um ihre Schuhe zu wechseln, erspäht ein betrunkener Mann laut Anklage den Slip der Frau. Er folgt ihr und überfällt sie im Treppenhaus eines mehrstöckigen Wohnhauses, als sie gerade den Aufzug holen will. Martin A. (25) vergewaltigt die Frau. So die Anklage.

Als diese Vorwürfe vor dem Landgericht verlesen wurden, schüttelte der Angeklagte am Donnerstag immer wieder den Kopf. Sollte wohl heißen: So wie es die Ermittler rekonstruiert haben, ist die Tat in der Nacht auf den 2. November 2014 nicht abgelaufen.

Er erklärte dann, dass er nie bei der Frau eingedrungen sei. Er habe ihr auch nicht zu diesem Zweck den Rock hoch- und die Strumpfhose runtergezogen.

 

Der Angeklagte flieht, wird aber ganz in der Nähe festgenommen

 

Der Hilfsarbeiter gab aber zu, dass er die Frau zu Boden brachte, dass er ihr in den Schritt griff, auch dass sie seinen Penis anfassen musste, um ihn zu befriedigen. Was nicht funktionierte. Martin A. floh, wurde aber bereits kurz darauf ganz in der Nähe festgenommen. Seitdem sitzt er.

Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt für die Justiz. Wegen eines Sex-Deliktes auf der Wiesn war er nur kurz zuvor verurteilt worden. Er habe in der Tatnacht gerade daran gedacht und was er seinem Wiesn-Opfer angetan habe, erklärte Martin A. vor Gericht.

Und das habe ihn nicht davon abgehalten, sich sofort das nächste Opfer zu suchen, wurde er gefragt. Warum nicht? „Wenn ich das wüsste, säßen wir nicht hier“, gab er zur Antwort.

Lesen Sie hier: Versuchte Vergewaltigungen Brutaler Sex-Täter vor dem Landgericht

An Details erinnere er sich nicht mehr. „Ich war betrunken, die Tat liegt schon anderthalb Jahre zurück“, erklärte er das. Als ihm seine ausführlicheren Aussagen bei der Polizei vorgehalten werden, meinte der 25-Jährige, dass ihm der Polizist damals vieles in den Mund gelegt habe.

Er erinnere sich aber an die Situation, als er sein Opfer zu Boden brachte: „Da habe ich schon gedacht, dass ich Scheiße baue. Ich wollte nur weg.“ Trotzdem musste die Frau noch seinen Penis anfassen, um ihn zu befriedigen. Warum? Auch darauf hatte er am ersten Prozesstag keine Antwort.

 

Das Opfer sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus

 

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde dann das Opfer angehört. Die Immobilienfachwirtin ist froh, dass sie mit dem Prozess eine Art Schlussstrich ziehen kann, beschrieb ihr Anwalt Michael Willmer die Gemütslage seiner Mandantin.

16 Monate nach der Tat leide die Frau an Schlafstörungen und sei auch immer noch in psychologischer Behandlung. „U-Bahn fährt sie nicht mehr“, berichtet Willmer.

Immerhin: Der Angeklagte entschuldigte sich bei ihr und will ihr nach Möglichkeit bis zu 5000 Euro bezahlen. Der Prozess dauert an.

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