Servus, Kollege! Das bunte Leben des Paul Sahner

Die Promis vertrauten ihm (fast) alles an: Paul Sahner, Münchner Reporter-Legende und Klatsch-König, stirbt im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt  
| Kimberly Hoppe
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Immer auf Augenhöhe: Paul Sahner.
dpa Immer auf Augenhöhe: Paul Sahner.

Die Promis vertrauten ihm (fast) alles an: Paul Sahner, Münchner Reporter-Legende und Klatsch-König, stirbt im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt

München/Chiemgau - Ob sich Harald Juhnke mit viel Wodka und einer jungen Frau im Hotelzimmer verbarrikadierte oder Rudolf Scharping sich mit seiner Gräfin um den Verstand planschte – immer dabei war Paul Sahner.

Als Menschenfreund und Promi-Versteher. Er ließ die ganze Welt durchs bunte Schlüsselloch teilhaben.

Am Sonntag starb der Klatsch-König mit 70 Jahren an einem Herzinfarkt. Daheim in seinem Zweitwohnsitz im Chiemgau, wo er an der Seite seiner zweiten Frau Martina so gern Kraft getankt hatte für sein aufregendes Leben zwischen Stars wie Richard Gere, dem Dalai Lama, Franz Beckenbauer oder Verona Pooth.

Die Trauer um die Reporter-Legende ist groß. Denn unter Kollegen war Paul Sahner äußerst beliebt. Neidlos rief er an, wenn jemand anderes eine „Top-Geschichte“ hatte und gratulierte. Er duzte jeden sofort, hörte zu und sagte mit seiner sonoren Stimme stets Sätze, die ehrlich gemeint waren.

Er war kein Schwätzer, er war ein Gesprächspartner. Nie anbiedernd, immer auf Augenhöhe. Egal, ob Marcel Reich-Ranicki vor ihm saß oder Otto Waalkes.

Seine Karriere startete der Vater einer erwachsenen Tochter beim „Westfalenblatt“, später schrieb er für „Quick“, „Jasmin“, „Stern“ und die Abendzeitung, wurde Chefredakteur beim „Penthouse“ und schließlich Chefreporter bei „Bunte“. Vor einem Jahr zog er sich aus der Chefredaktion zurück, arbeitete als Autor und sorgte mit seiner Udo-Jürgens-Biografie „Merci, Udo!“ für einen Bestseller.

„Bunte“-Chefin Patricia Riekel schrieb auf Facebook: „Paul Sahner war ein wunderbarer Journalist. Weil er seine Interviewpartner nicht als Beute betrachtete, sondern sich mit ihnen solidarisierte. Er lebte, fühlte, freute, litt mit ihnen. Man konnte sich immer auf ihn verlassen. Er war ein Gentleman, ein Freund, einfach ein Schatz. Ich vermisse ihn, menschlich, professionell.“

 

 

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