Sendlinger Straße: Autofrei? Aber bitte nur auf Zeit

Auf der Sendlinger Straße „alles so lassen, wie es ist“ – das fordern Gegner der geplanten Fußgängerzone im Hackenviertel.
| az
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Wo vorher Autos fuhren, liegt jetzt zwischen Färbergraben und Hackenstraße eine großzügige Fußgängerzone. Über eine Erweiterung wird noch diskutiert.
Computeranimation: Baureferat Wo vorher Autos fuhren, liegt jetzt zwischen Färbergraben und Hackenstraße eine großzügige Fußgängerzone. Über eine Erweiterung wird noch diskutiert.

München - Kurz nach 20 Uhr reden viele Teilnehmer der Bezirksausschusssitzung Altstadt-Lehel, die am Dienstag stattfand, aufgeregt durcheinander. Der Grund: Tagesordnungspunkt „Fußgängerzone Sendlinger Straße“. Diese soll nach dem bereits umgebauten Stück zwischen Färbergraben und Hackenstraße bald komplett zur Fußgängerzone werden (ab Herzog-Wilhelm-Straße).

Als Folge werden rund 91 Parkplätze ersatzlos wegfallen. BA-Vorsitzender Wolfgang Püschel erinnert die teilnehmenden Anwohner mehrfach daran, dass die Fußgängerzone lediglich ein einjähriger Versuch der Stadt sei – und keine endgültige Entscheidung. Ein Anwohner aus der Kreuzstraße fragt: „Warum kann nicht alles so bleiben, wie es ist?“ Stefan Blum (CSU), der selbst in der Altstadt lebt, pflichtet ihm bei: „Früher sind alle wegen der Abgase aus der Altstadt geflohen. Die Kaufingerstraße zur Fußgängerzone zu machen, ergab einen Sinn. Diesen Handlungsbedarf sehe ich bei der Sendlinger Straße nicht.“

Lesen Sie hier: Wird die Sendlinger Straße komplett zur Fußgängerzone?

Knapp 370 Menschen sind im Hackenviertel gemeldet – und rund 170 Autos. „Wo sollen wir in Zukunft parken?“, fragt eine Anwohnerin. Parkgaragen sind teuer und selten. Oder sie werden abgerissen, wie im Falle des Hirmer-Parkhauses (voraussichtlich Anfang 2017). Es gibt aber auch Befürworter: Ein 73-jähriger Anwohner, der seit 22 Jahren in der Sendlinger Straße lebt, sieht in der neuen Fußgängerzone eine Entlastung für andere überfüllte Straßen in der Stadt.

Nach einer guten Stunde steht fest, was in einem Antrag an den Stadtrat stehen soll: Innerhalb der verbindlich festgelegten zwölf Monate soll das Planungsreferat den Versuch in der Sendlinger Straße prüfen. Nach sechs Monaten Pilot-Projekt können sich die Anwohner erneut zu Wort melden.

Stellt das Planungsreferat das Scheitern des Versuchs fest, müssen mit Ablauf des Test-Jahres die (Park-)Verbotsschilder wieder abgebaut werden. Eine Zufahrt für Pflegedienste und Mobilitätseingeschränkte soll aberdauerhaft möglich sein. Unter welchen Bedingungen das Experiment 2016 starten wird, entscheidet jetzt der Stadtrat.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren