Selten und schmackhaft: Dieser Pilz-Fund in München sorgt für Aufsehen

Er gilt als wohlschmeckender Speisepilz und steht in Deutschland auf der Roten Liste: In München ist jetzt ein seltenes Exemplar vom Ästigen Stachelbart gefunden worden.
von  Guido Verstegen
Der Ästige Stachelbart ist meist auf Buchen zu finden, kommt jedoch auch auf Eichen, Ulmen, Eschen, Pappeln und Birken vor. Die Fruchtkörper erscheinen im Herbst.
Der Ästige Stachelbart ist meist auf Buchen zu finden, kommt jedoch auch auf Eichen, Ulmen, Eschen, Pappeln und Birken vor. Die Fruchtkörper erscheinen im Herbst. © Axel Reichert

Vor 20 Jahren schon hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie den Ästigen Stachelbart zum "Pilz des Jahres 2006" gekürt. Die DGfM wollte damit darauf hinweisen, wie gefährdet diese Pilzart doch ist. Jetzt ist in einem Wald des Forstbetriebs München eines dieser seltenen Exemplare nachgewiesen worden.

Ästiger Stachelbart entdeckt: "Der genaue Fundort bleibt geheim"

Der Fund sorgt derzeit bei Naturschützern und Pilzexperten für Aufsehen, heißt es in einer Mitteilung der Bayerischen Staatsforsten in München: "Der genaue Fundort bleibt jedoch geheim. Was zunächst ungewöhnlich klingt, dient dem Schutz einer Art, die in Bayern nur äußerst selten vorkommt."

Bislang lediglich 13 Vorkommen erfasst

Der Hericium coralloides, auch Buchenstachelbart oder Eiskoralle genannt, ist jung essbar und gilt als wohlschmeckender Speisepilz mit mildem, leicht rettichartigem Aroma. Der Pilz steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Pilzarten. Wilde Vorkommen dürfen daher unter keinen Umständen gesammelt oder aus der Natur entnommen werden. 

"Verantwortungsvoller Umgang mit Fundorten unerlässlich"  

In der amtlichen Artenschutzkartierung des Landesamts für Umwelt sind demnach bislang lediglich 13 Vorkommen erfasst, und jeder neue Nachweis sei deshalb von besonderer Bedeutung.

"Wir möchten vermeiden, dass der Fundort durch erhöhten Besucherdruck beeinträchtigt wird", sagt Alexander Rumpel, Naturschutzspezialist der Bayerischen Staatsforsten. Gerade bei seltenen Arten sei ein verantwortungsvoller Umgang mit Fundorten unerlässlich.    

"Mehr als nur ein bemerkenswerter Artnachweis"

Der außergewöhnliche Pilz sei von einer aufmerksamen Waldbesucherin und engagierten Naturschützerin entdeckt worden, die die Bayerischen Staatsforsten informiert habe: "Für den Forstbetrieb ist dies mehr als nur ein bemerkenswerter Artnachweis."

Die Meldung zeige auch, dass Naturschutz im Wald Hand in Hand mit verantwortungsvoller und naturnaher Forstwirtschaft möglich sei und zunehmend auf Interesse respektive Unterstützung in der Bevölkerung stoße.    

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Nach Angaben der Experten ist der Ästige Stachelbart "ein echter Spezialist": Er wächst vor allem in naturnahen Buchen-, Eichen- und anderen Laubmischwäldern, er besiedelt ausschließlich starkes Totholz in fortgeschrittenen Zerfallsstadien.

Meist wertvolle Waldstrukturen mit hoher ökologischer Qualität

"Arten wie der Ästige Stachelbart finden sich nur dort, wo ausreichend Alt- und Totholz vorhanden ist. Dass die Art in unseren naturnah bewirtschafteten Wäldern vorkommt, ist ein wichtiges Indiz für uns, dass Naturschutz und Forstwirtschaft bei uns Hand in Hand gehen", sagt Forstbetriebsleiter Emil Hulder.    

Der Fund gelte deshalb auch als Bestätigung für das Naturschutzkonzept des Forstbetriebs München der Bayerischen Staatsforsten. Die Botschaft des seltenen Pilzes sei klar: Naturnah bewirtschaftete Wälder können selbst sehr anspruchsvollen und seltenen Arten eine Heimat bieten. 

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