Selbstverstümmelung via Facebook: Münchner löst bundesweite Suchaktion aus

Der 39-Jährige streamt seine Aktion live im Internet. Schockierte Zuschauer alarmieren die Polizei und lösen damit eine bundesweite Suchaktion aus.
| Ralph Hub
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1 Kommentar Artikel empfehlen
In München hat sich ein Mann selbst verletzt und die blutige Aktion auf Facebook gestreamt. (Symbolbild)
In München hat sich ein Mann selbst verletzt und die blutige Aktion auf Facebook gestreamt. (Symbolbild) © IMAGO / teutopress

München - Mit einem Rasiermesser hat sich ein offenbar psychisch labiler Münchner am Dienstagabend selbst verletzt. Er fügte sich Schnittwunden am Oberkörper, den Armen und am Hals zu. Das gesamte blutige Spektakel streamte er rund eine halbe Stunde mit Hilfe seines Handys live via Facebook im Internet.

Blutiges Video: Zuschauer alarmieren Polizei

Das Video verbreitete sich im Netz in blitzartiger Geschwindigkeit. Die blutigen Bilder schockten die Menschen. Bundesweit gingen ab 21.30 Uhr bei Polizeinotrufzentralen im gesamten Bundesgebiet Anrufe ein. Besorgte User erzählten, was sie gerade im Internet über ihren Facebook-Account verfolgten.

"Allerdings war zunächst völlig unklar, in welcher Stadt sich der Mann aus dem Livestream aufhält", sagt Polizeisprecher Sven Müller. Offenbar stand der Mann irgendwo in einer Großstadt an einem Gehweg und hörte nicht auf, sich immer mehr Schnittwunden zuzufügen.

Selbstverstümmelung: Beamte finden verletzten Mann in München

Schließlich gab es erste Hinweise, dass sich das blutige Spektakel tatsächlich in München irgendwo zwischen Obergiesing und Ramersdorf abspielen könnte. Mehr als zehn Streifen schwärmten aus. Ein konkreter Tipp bezog sich wenig später auf einen 39-Jährigen. Ein Streifenwagen wurde zu der Adresse des Mannes geschickt. Allerdings war niemand zu Hause.

Lesen Sie auch

Ein Passant wählte kurz nach 22 Uhr die Notrufnummer, weil er in der Ungsteiner Straße einen orientierungslos wirkenden Mann mit blutigen Wunden gesehen hatte. Es war der Gesuchte. Er hatte das Rasiermesser und sein Handy bei sich. Polizisten forderten ein Notarztteam an.

Der 39-Jährige hatte das Rasiermesser weggelegt. Das Notarztteam fing deshalb sofort an, die Schnittwunden des Mannes zu versorgen. Anschließend brachten sie den Münchner in ein Krankenhaus, wo er stationär behandelt wird. Die Verletzungen sind offenbar nicht lebensgefährlich. Allerdings wird der 39-Jährige vermutlich noch einige Tage zur Beobachtung in der Klinik bleiben.

Verletzter Münchner ist polizeibekannt

Die genauen Hintergründe der gruseligen Selbstverstümmelung sind noch unklar. Die Kripo ermittelt. "Es liegt in diesem Fall allerdings keine Straftat vor", sagt Polizeisprecher Sven Müller.

Der Münchner war in der Vergangenheit bereits etliche Male durch sein bizarres und selbstzerstörerisches Verhalten aufgefallen. Mehrere Polizeieinsätze sind dokumentiert.

Ein Bluttest soll klären, ob der Münchner bei seinem Auftritt im Internet möglicherweise unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand. Angeblich ist der Mann wegen Drogendelikten polizeibekannt.

Bisher ist noch nicht entschieden, ob es notwendig werden könnte, den Münchner wegen Eigengefährdung in eine psychiatrische Klinik zur weiteren Behandlung einzuweisen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 1  Kommentar – mitdiskutieren Artikel empfehlen
1 Kommentar
Artikel kommentieren