Seit Stoiber nichts passiert: Mit dieser Idee will ein CSUler den Flughafen München attraktiver machen

Der lahme Anschluss via Regionalzug und S-Bahn ist vielen schon seit Langem ein Dorn im Auge. Nun will Verkehrs-Staatssekretär Ulrich Lange sich der Sache annehmen und fordert einen Fernbahnanschluss. Was er genau plant und wie lange das Ganze dauern könnte.
Christian Grimm |
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Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) mit Bahnchef Hartmut Mehdorn im September 2001 vor einem Transrapid auf der Teststrecke in Lathen im Emsland. Erfüllt sich jetzt der Wunsch von Stoiber von einer schnellen Verbindung zum Münchner Flughafen? Allerdings ohne Transrapid.
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) mit Bahnchef Hartmut Mehdorn im September 2001 vor einem Transrapid auf der Teststrecke in Lathen im Emsland. Erfüllt sich jetzt der Wunsch von Stoiber von einer schnellen Verbindung zum Münchner Flughafen? Allerdings ohne Transrapid. © Thomas Imo (imago stock&people)

Der Flughafen der Landeshauptstadt ist über die Schiene nur langsam zu erreichen. Für ein internationales Luftdrehkreuz ist das zu wenig, findet Verkehrspolitiker Ulrich Lange. Der Münchner Flughafen soll künftig besser per Bahn erreicht werden können.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium will einen Fernbahnanschluss des Airports auf den Weg bringen, damit dort auch ICE- oder IC-Züge halten. Bisher kommen Reisende über die Schiene nur per Regionalzug oder S-Bahn zu den Terminals. Vom Münchner Hauptbahnhof dauert die Fahrt eine gute Dreiviertelstunde.

Der CSU-Verkehrsexperte Ulrich Lange.
Der CSU-Verkehrsexperte Ulrich Lange. © Serhat Kocak/dpa

"Als Verkehrspolitiker habe ich einen Traum. Ich will einen Fernbahnanschluss für den Münchner Flughafen anstoßen. Ich glaube, dass das zu diesem Drehkreuz des Luftverkehrs dazugehört“, sagte Lange der AZ.

Den vorerst letzten Vorstoß für eine schnelle Schienenverbindung zum Flughafen im Norden Münchens unternahm der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), der sich für den Bau der Magnetschwebebahn Transrapid bis zum Hauptbahnhof starkgemacht hatte. Das ist über 20 Jahre her.

Keine Neuauflage der Stoiber-Idee

Obwohl der in Deutschland entwickelte Transrapid in China im Einsatz ist, plant Lange keine Neuauflage der Stoiber-Idee. Stattdessen setzt er auf die Intercity-Flotte der Deutschen Bahn oder Schnellzüge ihrer Mitbewerber. "Das ist zwar ein sehr weites und sehr großes Ziel, aber wenn es da gelingen würde, erste konkrete Schritte in die Wege zu leiten, dann stärkt das ganz Bayern“.

Um das Ziel zu erreichen, muss der Staatssekretär Vorplanungen zur Strecke anstoßen, um das Projekt ins Rollen zu bringen. Die Gelegenheit dafür ist günstig. Bis zum Ende des Jahrzehnts hat die Bundesregierung der Bahn über 100 Milliarden Euro für die Sanierung von Netz und Bahnhöfen sowie den Bau neuer Strecken zugesagt.

Der Vater der Transrapid-Idee: Edmund Stoiber.
Der Vater der Transrapid-Idee: Edmund Stoiber. © imago

Angelegenheit von Jahrzehnten

Ein Fernbahnanschluss für den Flughafen der Landeshauptstadt ließe sich dennoch nicht binnen Jahren realisieren. Das Verlegen neuer Gleise oder die Verstärkung der bestehenden Strecke wäre eine Angelegenheit von Jahrzehnten.

Nach einer Ära mangelnder Investitionen steht die Bahn vor einer Sanierungs-Phase. 2025 hat der Bund 19 Milliarden Euro in die Ertüchtigung von Schienen, Stellwerken und Brücken gesteckt. Tausende Weichen und Hunderte Kilometer Oberleitungen wurden erneuert.

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  • 747-200 am 31.12.2025 16:39 Uhr / Bewertung:

    Eigentlich ist der Namensgeber des Flughafens Schuld an der Misere. FJS hat selber bei der Standortwahl mitgemacht. Aus rein politischen Gründen fiel die Wahl auf Erding.Dort dominierte in den meisten Wahlkreisen die SPD. Und die zu erwartenden Proteste richteten sich also an die SPD. Der optimaler Standort Fürstenfeldbruck (starke CSU Region) wurde verworfen obwohl dort eine IC/ICE Anbindung leicht möglich war.
    Jetzt ist die Umsetzung schwierig da die DB (offizielle Stellungnahme) kein großes Interesse an einem ICE 'Knoten' in München hat. München ist im europäischen Schnellbahnnetz kein Knoten wo sich mehrere Linien 'kreuzen'. München ist mehr eine Art 'Eckpunkt'. Im Gegensatz zu Frankfurt wo viele ICE Linien kreuzen. Auch Straßen -mäßig liegt der Flughafen ungünstig. Es gibt nur eine Autobahn, dagegen 5 verschiedene Autobahnen die eine direkte Ausfahrt zum Flughafen Frankfurt haben. Das verkehsreichste Autobahnkreuz (Frankfurter Kreuz)liegt sogar auf dem Gelände des Flughafens.

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  • meingottwalter am 31.12.2025 08:33 Uhr / Bewertung:

    Ach,, die Idee die Stoiber so gut und flüssig vorgetragen hatte? War auch nicht von ihm.

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  • Bongo am 30.12.2025 14:31 Uhr / Bewertung:

    Antwort an Da Ding:
    Echt? Der Grünenvorsitzende liefert aus seinem Wahlkreis in Duisburg „Impulse für unser Land“? Um Gotteswillen,dann gehen wir ja dem Untergang entgegen!

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