Schwindelerregend: Wieder Rekordpreise für Münchner Immobilien

16,9 Milliarden Euro haben Käufer 2019 für Häuser, Wohnungen und Grundstücke in München ausgegeben. Ob Corona den Trend ändert, ist noch unklar.
| Irene Kleber
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Blaue Kurve: Immer weniger Münchner Immobilien wechseln seit 2011 den Eigentümer (2019 leicht steigend auf rund 12.500. Lila: Die Käufer geben dafür aber immer mehr Geld aus.
Gutachterausschuss 4 Blaue Kurve: Immer weniger Münchner Immobilien wechseln seit 2011 den Eigentümer (2019 leicht steigend auf rund 12.500. Lila: Die Käufer geben dafür aber immer mehr Geld aus.
Gemessen an der Zahl aller Immobilienverkäufe sind 2019 vor allem Eigentumswohnungen (grün) verkauft worden: 83 Prozent.
Gutachterausschuss 4 Gemessen an der Zahl aller Immobilienverkäufe sind 2019 vor allem Eigentumswohnungen (grün) verkauft worden: 83 Prozent.
Die grüne Linie zeigt, um wie viel mehr Wohnbaulandpreise in die Höhe schnellen als Baupreise (rot) oder Verbraucherpreise (gelb).
Gutachterausschuss 4 Die grüne Linie zeigt, um wie viel mehr Wohnbaulandpreise in die Höhe schnellen als Baupreise (rot) oder Verbraucherpreise (gelb).
Jedes Jahr steigt der Preis für Neubauwohnungen in München. 2019 kletterte der Quadratmeterpreis (gute Lage) auf rund 9.000 Euro.
Gutachterausschuss 4 Jedes Jahr steigt der Preis für Neubauwohnungen in München. 2019 kletterte der Quadratmeterpreis (gute Lage) auf rund 9.000 Euro.

München - Bei der neuen Rekordzahl könnte einem schwindlig werden: 16,9 Milliarden Euro haben Immobilienkäufer im letzten Jahr für rund 12.500 Wohnungen, Häuser und Grundstücke in München ausgegeben. Das ist nochmal ein Drittel mehr als im auch schon hitzigen Kaufjahr davor.

Blaue Kurve: Immer weniger Münchner Immobilien wechseln seit 2011 den Eigentümer (2019 leicht steigend auf rund 12.500. Lila: Die Käufer geben dafür aber immer mehr Geld aus.
Blaue Kurve: Immer weniger Münchner Immobilien wechseln seit 2011 den Eigentümer (2019 leicht steigend auf rund 12.500. Lila: Die Käufer geben dafür aber immer mehr Geld aus. © Gutachterausschuss

Dabei ist keineswegs viel mehr Masse verkauft worden (gerade mal plus sieben Prozent). Es sind nur die einzelnen Objekte, wie üblich in München, wieder mal viel teurer geworden – Wohnungen, Häuser, Grund bleiben einfach begehrt (und nach wie vor Mangelware).

München: Preise für Gewerbe, Hotels und Büros haben sich verdoppelt

Im Detail lässt sich das im neuen Immobilienmarktbericht 2019 nachlesen, den Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) am Donnerstag mit dem Chef des Gutachterausschusses Albert Fittkau präsentiert hat. Der "Münchner Gutachterausschuss für Grundstückswerte" sammelt alle Immobilienkaufverträge, die in München gemacht werden. Damit kann er deutlich genauere Zahlen errechnen als die, die Branchenverbände jedes Jahr etwa über die Angebotslage auf Immobilienportalen schätzen.

Gemessen an der Zahl aller Immobilienverkäufe sind 2019 vor allem Eigentumswohnungen (grün) verkauft worden: 83 Prozent.
Gemessen an der Zahl aller Immobilienverkäufe sind 2019 vor allem Eigentumswohnungen (grün) verkauft worden: 83 Prozent. © Gutachterausschuss

Besonders viel Geld geflossen ist laut dem Bericht für Grundstücke, die mit Gewerbe, Hotels, Büro- und Geschäftshäusern bebaut sind – hier hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Gerade an Büros herrscht seit einigen Jahren Mangel. "Die Leerstandsquote liegt nahezu bei null", sagt Kristina Frank.

Ob sich nun in der Coronakrise, da viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, viel ändern wird, lasse sich noch nicht sagen. Die Datenlage, sagt die Kommunalreferentin, sei aktuell noch zu dünn. Kristina Frank: "Wir hören dazu auch diametral Gegensätzliches. Also sowohl, dass viele Büroflächen frei werden, als auch das Gegenteil."

Die grüne Linie zeigt, um wie viel mehr Wohnbaulandpreise in die Höhe schnellen als Baupreise (rot) oder Verbraucherpreise (gelb).
Die grüne Linie zeigt, um wie viel mehr Wohnbaulandpreise in die Höhe schnellen als Baupreise (rot) oder Verbraucherpreise (gelb). © Gutachterausschuss

Obergrenze bald erreicht? "Im Spätsommer wissen wir vielleicht mehr"

Auch beim Verkauf von Häusern und Wohnungen oder bei unbebauten Grundstücken lasse sich wegen mangelnder Daten noch kein neuer Trend erkennen. Es dauere oft mehrere Wochen, bis Kaufverträge beim Gutachterausschuss eingehen. Fittkau: "Wir werden im Spätsommer vielleicht mehr wissen."

Jedes Jahr steigt der Preis für Neubauwohnungen in München. 2019 kletterte der Quadratmeterpreis (gute Lage) auf rund 9.000 Euro.
Jedes Jahr steigt der Preis für Neubauwohnungen in München. 2019 kletterte der Quadratmeterpreis (gute Lage) auf rund 9.000 Euro. © Gutachterausschuss

Erkennbar sei aber, dass sich der Preisanstieg für Neubauwohnungen schon vergangenes Jahr ein wenig verlangsamt hat (plus sieben Prozent; 2018 waren es noch plus 9,8 Prozent gewesen). Eine Eigentumswohnung in Durchschnittslage gab’s für rund 8.300 Euro pro Quadratmeter, in guter Lage für 8.950 Euro.

Noch etwas ist den Maklern zuletzt aufgefallen: Bis ein Luxus-Objekt verkauft ist, vergeht mehr Zeit als gewohnt. "Das deutet darauf hin, dass eine Obergrenze bald erreicht sein könnte", sagt Gutachter-Chef Albert Fittkau. Klar sei aber auch: "Eher gibt es keinen Deal als einen billigen Deal." Jedenfalls im Moment ist das (noch) so.

Lesen Sie hier: Münchner Einzelhandel kämpft wegen Corona

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