Schranne: Preise rauf!

Champagner ist teurer – und Essen auch, teilweise um drei Euro. Was die Betreiber und die Hallen-Chefs dazu sagen
| Kimberly Hoppe
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Beliebt und belebt: Die Schrannenhalle lockt seit mehr als einem Monat Kunden an.
Beliebt und belebt: Die Schrannenhalle lockt seit mehr als einem Monat Kunden an.

Champagner ist teurer – und Essen auch, teilweise um drei Euro. Was die Betreiber und die Hallen-Chefs dazu sagen

München - Es gibt Südtiroler Spezialitäten, französischen Weichkäse, Kräuterwurzn, überall frische Produkte und sehr gutes Essen – doch jetzt wird auch bei den Preisen nachgewürzt: Wird die Schrannen- zur Schicki-Halle?

Seit über einem Monat ist die neue Schrannenhalle eröffnet, über 220 000 Gäste stürmten das Schmuckstück am Viktualienmarkt. Erste Bilanz: wunderbar. Viel los, nette Atmosphäre, überhaupt kein Vergleich zu früher.

Doch in den vergangenen Tagen wunderten sich einige Besucher: Hoppla, war das hier nicht mal günstiger?

Und tatsächlich: Beim genaueren Hinschauen werden Preiserhöhungen deutlich.

So kostet beim beliebten und stets belebten Tantris-Standl das Glas Bollinger Champagner Special Cuvée plötzlich 11 Euro – und nicht wie in den ersten Wochen 10 Euro. Auch das Glaserl Rosé-Champagner Brimont „Tantris“ Grand Cru ist um einen Euro teurer geworden, kostet 10 statt 9 Euro.

Wer die Schranne durchläuft und sich auf der Empore ins Marktrestaurant von Käfer setzt, sieht auch kleine Veränderungen auf der Speisekarte. Der Marktsalat mit Croutons, Tomate, Gurke und Hendl war anfangs für 9,80 Euro zu haben – nun werden 11,80 Euro verlangt. Der kleine gegrillte Oktopus mit Salsa Verde und Zitrone kostet nun 13,80 (früher 10,30 Euro) – und groß 18,50 Euro; davor war die Portion einen Euro günstiger.

Warum die Preiserhöhungen?

Tantris-Chef Felix Eichbauer zur AZ: „Wir haben die zwei Champagner-Preise minimal angezogen, weil wir auch an die Zukunft denken müssen. Dafür sind alle anderen Preise exakt gleich geblieben – das Glas Chardonnay für drei Euro beispielsweise. Bollinger Champagner gibt es nicht an jeder Ecke, der ist sehr besonders. Außerdem haben wir tolle Angebote in Kombination mit den Tartar-Tüten.“
Wer jetzt zum Glaserl Schampus Rindertartar bestellt, zahlt insgesamt 14,50 Euro und somit den ursprünglichen Preis von 10 Euro für die Prickel-Brause.

Sein Standl-Kollege, Feinkost-König Michael Käfer, betont ebenfalls, dass alle Preise gleich geblieben seien: „Wir wollen nichts teurer machen. Wenn der Hendl-Salat oder der Tintenfisch jetzt ein bisschen teurer sind, kann das nur an den jeweiligen Produkten liegen. Wenn wir in einer Woche einen anderen Tintenfisch beziehen, kann der leider auch mal etwas teurer sein.“

Bei dem Salat könne es ebenso sein, dass er anfangs falsch ausgezeichnet wurde oder „die Portionen jetzt größer sind“, sagt Käfer. Und betont: „Wir behalten die Preise, wie sie sind. Auch bei den Getränken. Unser Espresso kostet einen Euro: der wohl günstigste der Stadt. Preiserhöhungen haben eine schlechte Außenwirkung, das wäre ja total kontraproduktiv.“

Die Gastro-Gerüchteküche brodelte gleich los: Die Mieter hätten Staffelverträge und müssten deshalb die Preise anziehen.

Harald Ziller, Projektleiter der Schrannenhalle, kennt alle Mietverträge – und kann da nur den Kopf schütteln: „Wir haben keine Staffelmietverträge abgeschlossen. Es gibt teilweise Ausbaukosten, die jetzt von den Mietern getragen werden. Oder Nebenkosten, die umgelagert werden.“ Jeden Tag kontrolliere er die Preisstruktur: „Wir wollen, dass sie konstant bleibt. Es soll ja eine Markthalle für alle sein. Es freut mich auch, dass sie so gut angenommen wird. Das Tantris-Standl braucht mehr Personal und Stehtische, weil es so toll ankommt.“

Vielen Gästen ist die Schranne eben doch jeden Cent wert.

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