Schöner warten im KVR

Ein Snack-Service versüßt den Münchnern im Kreisverwaltungsreferat die langen Wartezeiten – mit heißer Schokolade, Schokoriegeln und Kaffee. An welchen Tagen dort Hochkonjunktur herrscht.
| Julia Lenders
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„Brezn? Kaffee?“ Angelina schiebt ihren Servicewagen durch die Gänge des Kreisverwaltungsreferats und verkauft Snacks an die Wartenden.
Gregor Feindt „Brezn? Kaffee?“ Angelina schiebt ihren Servicewagen durch die Gänge des Kreisverwaltungsreferats und verkauft Snacks an die Wartenden.

Ein Snack-Service versüßt den Münchnern im Kreisverwaltungsreferat die langen Wartezeiten – mit heißer Schokolade, Schokoriegeln und Kaffee. An welchen Tagen dort Hochkonjunktur herrscht.

Mücnhen - Lange Schlangen: Wer an einem Dienstag- oder Donnerstagvormittag etwas im Kreisverwaltungsreferat (KVR) zu erledigen hat, braucht Geduld. Bürger-Stau. „In Spitzenzeiten kann es bis zu zwei Stunden dauern, im Schnitt liegt die Wartezeit aber eher bei 30 Minuten“, sagt KVR-Sprecherin Daniela Schlegel.

Nun sind zwei Stunden zwar keine Zeitspanne, in der ein Mensch üblicherweise verhungert oder verdurstet. Lang können sie einem trotzdem werden. Und darum freuen sich viele der Wartenden, wenn Angelina Kerkelova mit ihrem Schiebe-Wagen bei ihnen vorbeikommt. „Kaffee? Brezn?“

Den Snackservice bietet das „KARA’S“ an – eine Espressobar, die am Eingang Poccistraße im KVR untergebracht ist. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Kerkelova. Was die Stärkung in der Warteschlange kostet? Einen Euro für einen Schokoriegel oder eine Brezn, 1,50 für den Kaffee, 2,30 für andere Getränke oder 1,90 Euro für ein gefülltes Croissant.

„Mir macht die Arbeit Spaß“, sagt die gebürtige Bulgarin Kerkelova. „Viele sagen: ,Das ist das erste Amt, wo ich sowas erlebe.’“ Die Leute würden ihr mit einem Lächeln begegnen. Trotz der nervigen Warterei. Nur selten sei ein Muffel dabei.

Toiletten links, Pass-Ausgabe geradeaus, Schnellschalter eins weiter – während sie sich durch die Gänge arbeitet, ist die 30-Jährige mobile Snackbar und Wegweiserin in einem.

„Das ist aber eine gute Idee“, lobt ein Mann den Service und kauft seiner Tochter einen Erdbeersaft. „Sie dürfen erst durch, wenn wir dran waren“, schäkert eine Frau in einer langen Schlange – um dann doch zur Seite zu rücken. Kerkelova spricht fließend Spanisch, Englisch, Italienisch, Bulgarisch und Deutsch. Damit ist sie für die Tour durch die Ausländerbehörde gut gewappnet.

Dienstags und donnerstags, wenn im KVR Hochkonjunktur herrscht, sind für sie gute Tage. Und auch eine Computer-Panne kann sich mal bezahlt machen.
Gute Zeiten für den Brezn-Service im Bürger-Stau.
 

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