Schöffin gestorben, Prozess gegen Maskenmann geplatzt

Plötzlicher Tod einer Schöffin: Deshalb muss am Landgericht München gegen einen mutmaßlichen Geiselnehmer neu verhandelt werden.
| John Schneider
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Der Angeklagte Cem F. mit einer Maske vor Gericht.
jot Der Angeklagte Cem F. mit einer Maske vor Gericht.

München - Mit selbstgebastelter Clowns-Maske aus Papier hatte der Angeklagte Cem F. (32, Name geändert) zum Auftakt der Verhandlung am Landgericht noch für Lacher gesorgt. Jetzt nahm der Prozess gegen den mutmaßlichen Geiselnehmer eine tragische Wendung. Eine Schöffin war plötzlich schwer erkrankt und ist vor Kurzem völlig unerwartet gestorben.

Der Prozess muss daher komplett neu aufgerollt werden, da die Strafkammer unter dem Vorsitz von Oliver Ottmann nicht einfach mit einem Ersatzschöffen weitermachen darf. Wann mit einem neuen Schöffen neu angefangen wird, ist aber noch unklar. Zwar sind die bislang vereinbarten Verhandlungstermine vom 28. Februar bis 16. Mai noch nicht abgesetzt worden, aber der Verteidiger Klaus-Peter Knauf glaubt nicht, dass der Prozess vor Ostern neu starten kann.

Er soll eine Facebook-Bekanntschaft nach Salzburg entführt haben

Seinem Mandanten wird vorgeworfen, eine Facebook-Bekanntschaft (22) in deren Auto am 2. September 2015 von Dachau nach Salzburg entführt zu haben. Zuvor habe er sie mit dem Tod bedroht. Nachdem er zu ihr ins Auto gestiegen war, soll Cem F. die Frau an den Haaren gepackt und ihren Hinterkopf in den Nacken gezogen haben. Er habe gedroht, ihr die Kehle zu „durchschlitzen“ und sie so gezwungen, ihn nach Salzburg zu fahren. Dort soll er gedroht haben, ihr den Kopf zu zertrümmern. Die Frau hat dann laut Anklage in einem Salzburger Hotel mit Cem F. geschlafen – aber nur, um ihn zur Rückkehr zu bewegen.

Lesen Sie hier: NSU-Prozess - Geld von außen für Zschäpe

Der Plan ging auf. Die 22-Jährige kam am nächsten Tag wieder in Dachau an. Cem F. ließ sich in Pasing absetzen.

Der mutmaßliche Geiselnehmer bleibt bis zum neuen Prozessbeginn in Untersuchungshaft.

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