Schnee, Wind, Chaos: München eingeseift

Schneeverwehungen sorgen für viele Probleme im Berufsverkehr: Am Flughafen fallen mehr als 120 Flüge aus - und zahlreiche Wasserleitungen platzen in der Stadt.
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Starke Schneefälle und Schneeverwehungen haben am Mittwoch in ganz Bayern zu Unfällen und Behinderungen im
Straßenverkehr geführt.
dpa Starke Schneefälle und Schneeverwehungen haben am Mittwoch in ganz Bayern zu Unfällen und Behinderungen im Straßenverkehr geführt.

Schneeverwehungen sorgen für viele Probleme im Berufsverkehr: Am Flughafen fallen mehr als 120 Flüge aus - und zahlreiche Wasserleitungen platzen in der Stadt.

München - Sturmtief Olivia fegte gestern mit Schnee und eiskaltem Wind über München hinweg.

Am Flughafen fielen 124 Flüge aus. Und auch bei der S-Bahn sorgte der Schneesturm für große Probleme. Kniehohe Schneeverwehungen machten den Weg ins Büro für viele Münchner zum Hindernislauf: Erst schaufeln und dann stapfen. In der Fußgängerzone türmten sich vorm Oberpollinger hohe Schneeberge.

Die Autofahrer scheinen sich inzwischen auf das Schneechaos gut eingestellt zu haben. „Es gab zwischen fünf Uhr morgens und dem Nachmittag im Stadtgebiet knapp 100 Unfälle“, erklärte eine Polizeisprecherin – kaum mehr als an einem normalen Werktag.

Bei der S-Bahn ging dagegen zeitweise gar nichts mehr. Etliche Züge der S3 zwischen Holzkirchen und München fielen aus. Fahrgäste mussten auf die Bayerische Oberlandbahn umsteigen. Auch bei der S2 Markt Schwaben ging nichts mehr. Die Passagiere wurden von der Südostbayern-Bahn nach München gebracht. Die S-Bahnen konnten wegen starker Schneeverwehungen im gesamten Netz nur mit gebremstem Tempo fahren. Der komplette Fahrplan geriet aus dem Takt. Dazu sorgten durch Eisbrocken blockierte Weichen und zugewehte Signalanlagen für Ärger. Die Züge im Berufsverkehr hatten teilweise mehr als 15 Minuten Verspätung.

Auf dem Münchner Flughafen wurden bis zum Nachmittag 124 Starts und Landungen gestrichen. Die zwei Start- und Landebahnen schneiten immer wieder zu und mussten geräumt sowie die Maschinen enteist werden. 80 Maschinen hatten Verspätungen von teilweise mehr als einer halben Stunde. Tausende Passagiere waren betroffen, sagte ein Flughafensprecher.

Und nach dem strengen Frost kommen jetzt die Wasserschäden: Allein in München haben 23 Notfälle die Feuerwehr in Atem gehalten – vor allem durch gebrochene Leitungen und Rohre am späten Dienstagnachmittag und in der Nacht zum Mittwoch. Im 30-Minuten-Takt rückten die Helfer aus, um Leitungen abzudrehen und Wasser abzupumpen. Auch die Feuerwehr selbst wurde nicht verschont. Vor der Wache 2 in der Aidenbachstraße platzte am Dienstagnachmittag ein Wasserrohr.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Der Schnee taut bereits. Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen auf bis zu sechs Grad klettern. Ergiebige Schneefälle sind vorerst nicht mehr in Sicht.

 


Am Alpenrand hat sich die Schneewalze am Mittwoch regelrecht festgefressen. Zwei Lawinen gingen nieder.

Eine verschüttete gestern die Straße zum Spitzingsee in der Gemeinde Schliersee (Kreis Miesbach). Auf einer Breite von 15 Metern ging ein Schneebrett nieder, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Rosenheim berichtete. Der Schnee türmte sich vier Meter hoch. Die Straße war unpassierbar. Hinweise auf verschüttete Autos oder gar unter den Schneemassen begrabene Menschen gab es nicht.


Dagegen wurden im Allgäu gestern zwei Menschen von einer Lawine erfasst. Die Lawine war in den Mittagsstunden im Bereich der Imbergbahn im Skigebiet Steibis bei Oberstaufen abgegangen. Wie die Polizei in Kempten mitteilte, konnten sie von der Bergwacht geborgen werden. Zum genauen Hergang des Unglücks und dem Gesundheitszustand der Verschütteten war zunächst nichts bekannt. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass weitere Personen von der Lawine verschüttet wurden, setzten die Einsatzkräfte ihre Suche fort.


Durch die starken Schneefälle bleibt die Lawinenlage in den bayerischen Alpen weiter angespannt. Der Lawinenwarndienst rät bei Touren zu höchster Vorsicht

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