Schlaganfall im München-Flieger: Passagiere pöbeln

Es sind bange Momente in einem Condor-Flieger von München in die Dominikanische Republik. Weil ein Mann fast stirbt, muss das Flugzeug zwischenlanden. Dafür hat nicht jeder Fluggast Verständnis.
| Jasmin Menrad
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Mit einem solchen Condor-Flieger waren 250 Passagiere auf den Weg in die Dominikanische Republik.
Condor/dpa Mit einem solchen Condor-Flieger waren 250 Passagiere auf den Weg in die Dominikanische Republik.

München - In tausenden Metern Höhe, eineinhalb Flugstunden vom nächsten Flughafen entfernt, erleidet ein Mann in einem Condor-Flugzeug von München nach Punta Cana (Dominikanische Republik) einen Schlaganfall. Wegen des lebensbedrohlichen Zustands des Fluggastes muss die Maschine eine Zwischenlandung in Neufundland machen.

Nicht alle der 250 Passagiere zeigen Verständnis dafür – das schildert jetzt eine Frau, die den Vorfall am 6. Dezember miterlebt hat bei Facebook: „Mehrere Passagiere greifen die Flugbegleiter verbal an, beschweren sich über die Notlandung und stacheln sich gegenseitig auf“, schreibt Ilanit Spinner in ihrem Facebook-Post.

Condor: Die Crew wurde in den Rettungsmaßnahmen behindert

Ein Condorsprecher bestätigt gegenüber der Abendzeitung den Vorfall und sagt deutlich: „Die Passagiere, die sich derartig verhalten haben, haben natürlich die Crew in ihren Rettungsmaßnahmen behindert.“ Er vergleicht sie mit den Gaffern bei einem Autounfall.

Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an. Trotzdem ist einigen Menschen ihr Abendessen am Urlaubsort wichtiger als ein Menschenleben. Illanit Spinner schildert es so: „Mehrere Male mussten sich Purser und Kapitän an die Passagiere wenden, um die Situation zu entschärfen. Per Durchsage kam der Appell, sich doch bitte vorzustellen, bei dem Notfall würde es sich um einen Familienangehörigen handeln.“

Nach eineinhalb Stunden landet die Maschine in Neufundland, wo Krankenwagen und Notarzt schon bereit stehen. Der Mann ist laut einem Condor-Sprecher immer noch in ärztlicher Behandlung: „Die Crew dankt den Passagieren, die ihnen Raum gegeben haben und sie mental in dieser schwierigen Situation unterstützt haben.“

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