Schäbiges OEZ-Denkmal? "Das ist nicht angemessen"

Mehr Pflege, eine würdigere Gestaltung - der ehemalige Stadtrat Marian Offman bemängelt den Zustand des Gedenkortes am OEZ.
| Myriam Siegert
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Der Gedenkort für die Opfer des Attentats am OEZ wirkt etwas ungepflegt.
Der Gedenkort für die Opfer des Attentats am OEZ wirkt etwas ungepflegt. © Daniel von Loeper

München - Neun junge Menschen ermordet. Zum fünften Mal jährt sich die schreckliche Tat vom 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum in wenigen Wochen.

Marian Offman, ehemaliger langjähriger Münchner Stadtrat und mittlerweile Beauftragter der Stadt für den interreligiösen Dialog, war dieser Tage - eher zufällig - an dem Gedenkort. Dessen Anblick hat ihn entsetzt und "einfach nur traurig gemacht", wie er sagt.

Marian Offman.
Marian Offman. © Matthias Balk/dpa

OEZ-Denkmal nicht mehr in bestem Zustand

Seit 2017 erinnert an der Hanauer Straße die Skulptur "Für Euch" der Künstlerin Elke Härtel an die Opfer. Erst im vergangenen Jahr wurde die Inschrift auf dem Edelstahlband in ihrer Mitte geändert: "In Erinnerung an alle Opfer des rassistischen Attentats vom 22.7.2016" lautet sie seitdem. So soll die erst nach Jahren getroffene politische Einordnung der Tat als rassistisch motiviertes Attentat zum Ausdruck gebracht werden.

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Doch nun ist der Gedenkort nicht mehr in bestem Zustand: "Die Fotos sind verblichen und kaum noch zu erkennen, der Text auf dem Innenband ist in klitzekleiner Schrift, die man kaum lesen kann", sagt Offman. Die Umformulierung, die dringend notwendig gewesen sei, finde so eher im Verborgenen statt.

Forderung nach Überarbeitung und mehr Pflege des Denkmals

Zwar gebe es in einiger Entfernung ein Schild, "aber man kann wirklich nicht erkennen, worum es hier geht." Offman hatte an den Gremien zur Erstellung des Gedenkortes teilgenommen, viel Arbeit habe man damals investiert. Nun findet er, der Ort brauche eine Überarbeitung sowie mehr Pflege: "Drumherum steht der Rasen hoch, es müssten Beete oder Ähnliches angelegt werden. Es müsste eben gestaltet werden wie ein Denkmal", sagt er. "Aber so, wie es jetzt aussieht, ist es diesem schlimmen Ereignis in München meines Erachtens nicht angemessen."

Das Baureferat erklärt auf AZ-Anfrage: Das Denkmal werde regelmäßig begangen und gereinigt. Ein sensibler Umgang mit Andenken, Kerzen und abgelegten Blumen sei dabei selbstverständlich. Diese würden grundsätzlich vor Ort belassen, nur Blumenschmuck je nach Verwelkung entfernt.

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