Samstag geht's los: Tausend Nackte vor der Oper

Tausende Münchner ziehen sich zu den Opernfestspielen aus – Starfotograf Spencer Tunick formt Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ aus nackten Körpern.
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Über 1000 Nackte vor der Münchner Oper: Was in dieser Montage echt schräg aussieht, soll zu den Opernfestspielen Wirklichkeit werden. Spencer Tunick hat schon öfter nackte Menschen an berühmten Orten fotografiert. Einfach weiterklicken...
dpa/Daniel von Loeper 14 Über 1000 Nackte vor der Münchner Oper: Was in dieser Montage echt schräg aussieht, soll zu den Opernfestspielen Wirklichkeit werden. Spencer Tunick hat schon öfter nackte Menschen an berühmten Orten fotografiert. Einfach weiterklicken...
Für einen Fototermin sind 5.200 Australier nackt vor dem berühmten Opernhaus von Sydney erschienen.
dpa 14 Für einen Fototermin sind 5.200 Australier nackt vor dem berühmten Opernhaus von Sydney erschienen.
Sie folgten einem Aufruf des US-Fotografen Spencer Tunick, der mit seinen Installationen nackter Menschen an öffentlichen Plätzen bekannt geworden ist.
AP 14 Sie folgten einem Aufruf des US-Fotografen Spencer Tunick, der mit seinen Installationen nackter Menschen an öffentlichen Plätzen bekannt geworden ist.
Ein Meer aus Menschen: Eine durchaus außergewöhnliche und aufwendige Installation für ein Fotoshooting.
AP 14 Ein Meer aus Menschen: Eine durchaus außergewöhnliche und aufwendige Installation für ein Fotoshooting.
Stundenlanges Posen: Der Fotograf ließ die "Models" in verschiedenen Variationen stehen.
AP 14 Stundenlanges Posen: Der Fotograf ließ die "Models" in verschiedenen Variationen stehen.
"Ich bin weg!": da hat es sich einer wohl doch noch schnell anders überlegt.
AP 14 "Ich bin weg!": da hat es sich einer wohl doch noch schnell anders überlegt.
In Reih und Glied: Für das außergewöhnliche Fotoshooting standen 5200 Menschen aller Altersklassen vor der Oper in Sydney stramm.
AP 14 In Reih und Glied: Für das außergewöhnliche Fotoshooting standen 5200 Menschen aller Altersklassen vor der Oper in Sydney stramm.
Und alles für diesen Mann: Fotograf Spencer Tunick stand auf einer Empore und gab Kommandos.
AP 14 Und alles für diesen Mann: Fotograf Spencer Tunick stand auf einer Empore und gab Kommandos.
Klar, dass dieser Event auch angezogene Menschen anlockt.
AP 14 Klar, dass dieser Event auch angezogene Menschen anlockt.
Kalte Füße: Socken oder Schuhe durften die 5200 Fotomodelle nicht anziehen - auch wenn die Betontreppen sicherlich nicht geheizt waren.
dpa 14 Kalte Füße: Socken oder Schuhe durften die 5200 Fotomodelle nicht anziehen - auch wenn die Betontreppen sicherlich nicht geheizt waren.
Und jetzt alle umarmen! Berührungsängste sind hier fehl am Platz!
dpa 14 Und jetzt alle umarmen! Berührungsängste sind hier fehl am Platz!
Wer vorher schon kalte Füße hatte, sollte hier lieber ein kleines Päuschen machen. Tausende nackte Menschen legen sich auf Zuruf des Fotokünstlers auf kalte Steintreppen...
dpa 14 Wer vorher schon kalte Füße hatte, sollte hier lieber ein kleines Päuschen machen. Tausende nackte Menschen legen sich auf Zuruf des Fotokünstlers auf kalte Steintreppen...
...wer's mag.
dpa 14 ...wer's mag.
Juhu, wir haben's geschafft! Nach etwa einer Stunde war das Nackt-Shooting vorbei und Tunick hatte seine Kunstschüsse im Kasten. Bravo!
dpa 14 Juhu, wir haben's geschafft! Nach etwa einer Stunde war das Nackt-Shooting vorbei und Tunick hatte seine Kunstschüsse im Kasten. Bravo!

München - Tausende ziehen sich aus, um ihre nackten Körper zu zeigen. Ein solches Schauspiel bekommt München nicht alle Tage zu sehen. Doch wenn der US-Starfotograf Spencer Tunick zu einer Fotosession aufruft, ist die Resonanz groß. Zur den Opernfestspielen inszeniert der New Yorker am Samstag (23. Juni) vier Motive aus Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ auf drei Plätzen rund um die bayerische Staatsoper. Bisher hätten sich rund 2.600 Freiwillige für das Nackedei-Spektakel gemeldet, sagt der Sprecher der Staatsoper, Christoph Koch.

Wollen Sei auch dabei sein? Auf der Homepage von Spencer Tunick können Sie sie anmelden.

Was aber hat ein auf nackte Menschenmassen spezialisierter Fotograf mit den Opernfestspielen zu tun? Staatsintendant Nikolaus Bachler sagt, Wagners „Ring des Nibelungen“ dominiere die aktuelle Spielzeit der bayerischen Staatsoper. Die Inszenierung von Regisseur Andreas Kriegenburg lebe vom szenischen und gestischen Körpereinsatz der Darsteller. „Daraus ergibt sich eine interessante Entsprechung zu Spencer Tunicks Körperinstallationen“, erklärt Bacher. „Deshalb war es nahe liegend, diese beiden Projekte zu den Festspielen gemeinsam zu zeigen.“

Tunick hofft auf Tausende Teilnehmer

Seit knapp 20 Jahren konzentriert sich der Fotograf auf Massenbilder unbekleideter Menschen. Die Nacktheit vor Industriegebäuden oder urbanen Kulissen zeige die Verletzlichkeit des Lebens, begründet Tunick seine Kunst. „Meine Arbeit kombiniert Performance-Kunst mit Landschaftskunst und Fotografie.“ Ihn fasziniere der Verlust der Individualität in der Masse, währenddessen sich die Körper in abstrakte Schatten verwandelten, erklärt der 45-Jährige.

„In meiner ganzen Karriere habe ich wahrscheinlich über 100.000 Menschen fotografiert“, schätzt Tunick. 18.000 nackte Leute in einem Bild seien sein Rekord. Damals füllte er mit dem Zócalo in Mexiko City einen der größten Stadtplätze der Welt. In München hofft er auf Tausende Freiwillige, die sich für ein gutes Bild entblößen. Denn die Idee der Staatsoper, von Wagner inspirierte Installationen zu entwickeln, habe ihn von Beginn an gefesselt, erzählt Tunick.

Es ist Tunicks erste Installation in der deutschen Öffentlichkeit. Er versichert, einige wundervolle Ideen für die Arbeiten zu haben: „Unter anderem werde ich den Atem des Drachen aus dem 'Ring des Nibelungen' mit Menschenkörpern 'zeichnen'.“ Der Fotograf wird erstmals Körperfarbe für seine Interpretation nutzen. „Das ist eine wunderbare Gelegenheit für alle Kunstinteressierten, die zu schüchtern sind, um komplett nackt zu posieren“, sagt der Künstler.

Stadt hat keine Bedenken

Spencer Tunick polarisiert. Die US-Behörden etwa teilen seine Kunstauffassung nicht: Bereits sieben Mal wurde er in Amerika festgenommen. Damit in München keine Unannehmlichkeiten drohen, ließ die Staatsoper die Aktion von der Stadt genehmigen. Außerdem seien während des Shootings keine neugierigen Zaungäste zugelassen, versichern die Verantwortlichen. Stattdessen werde ein Kunstvideo während des Festspielmonats Juli im Münchner Nationaltheater zu sehen sein und die Teilnehmer erhielten limitierte Abzüge der Bilder.

Das Kreisverwaltungsreferat München (KVR) hat keine Bedenken. „Wegen des künstlerischen Rahmens und der Konzeption ist die Aktion nicht als öffentliches Ärgernis zu bewerten“, sagt ein KVR-Sprecher. Tunick sei ein etablierter Künstler. Zudem würden die Körper der Teilnehmenden angemalt. Das spreche klar dafür, dass es sich um ein Kunstprojekt handele – auch wenn sich Tausende „nackisch“ machten.

 

 

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