S-Bahn München schafft kostenlose Toiletten ab

Die bahneigenen Toiletten verschwinden. In den zentraleren Stationen gibt es seit Neuestem gar keine Kostenlos-Klos mehr.
| Felix Müller
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Schon in Betrieb: die Bezahl-Toilette im Hauptbahnhof-Zwischengeschoss.
Sophie Anfang Schon in Betrieb: die Bezahl-Toilette im Hauptbahnhof-Zwischengeschoss.

München - Fährt man am Rosenheimer Platz die Rolltreppe vom Bahnsteig hinauf und geht dann zum Ausgang in Richtung Kino, kann man eine Baustelle sehen. Nun ist das an dieser S-Bahn-Station an sich nichts Bemerkenswertes. Seit Jahren (und noch mehrere weitere Jahre) wird sie saniert. Aber hier, zwischen Kiosk und Kino, wird die Toilette umgebaut. Wenn die Arbeiten fertig sind, wird es ein neues Klo geben – aber kein kostenloses mehr wie in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Schilder eines privaten Dienstleisters sind schon angebracht – so wie an immer mehr S-Stationen in München. Die Bahn bestätigt auf AZ-Nachfrage, dass am Rosenheimer Platz bald Schluss ist mit dem kostenlosen Bieseln. Zum gesamten Toiletten-Konzept der S-Bahn will sich der Bahnsprecher nicht ausführlich äußern. Spricht man aber über die einzelnen Stationen und darüber, was passiert, wenn Haltestellen ohnehin saniert werden, wird klar: Bald wird es – dort, wo überhaupt Toiletten erhalten bleiben – nur noch kostenpflichtige Anlagen geben.

Isartor aktuell noch kostenlos

Eine Ausnahme ist unter den zentraler gelegenen Stationen aktuell nur noch das Isartor – dort gibt es eine kostenlose Toilette in einem Teil des Zwischengeschosses, der nicht der Bahn gehört, sondern der Stadt.

Die Bahn hat – vor allem auch im Umland – ohnehin schon viele "öffentliche Bedürfnisanstalten", wie man früher sagte, abgeschafft. Als Grund nennt sie Vandalismus und Verschmutzung. An neuen S-Bahnhöfen wie etwa dem Hirschgarten wurden oft gar keine Toiletten mehr eingeplant. An der Donnersbergerbrücke wird wie am Rosenheimer Platz bald ein externer Dienstleister übernehmen – und Geld verlangen.

Beschwerden von Kunden gibt es laut der Deutschen Bahn übrigens so gut wie gar keine. Die Münchner würden lieber ein bisserl was für den Toilettenbesuch zahlen, heißt es – und dafür auch ein sauberes Klo vorfinden.

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