S-Bahn-Fahrer beschimpft und tritt Afrikaner

Rassismus zwischen Pasing und Hirschgarten: Ein Münchner S-Bahn-Fahrer beleidigt einen Afrikaner, tritt ihm an die Hand, beschädigt sein Handy.
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S-Bahnhof München-Hirschgarten: Hier trat der S-Bahn-Fahrer dem Mann an die Hand und beschädigte sein Handy. Gegenüber der Bundespolizei hat er seinen Ausraster gestanden.
Martha Schlüter S-Bahnhof München-Hirschgarten: Hier trat der S-Bahn-Fahrer dem Mann an die Hand und beschädigte sein Handy. Gegenüber der Bundespolizei hat er seinen Ausraster gestanden.

München - Rassismus in der Münchner S-Bahn: Ein Fahrer hat am Dienstag einen dunkelhäutigen Fahrgast beleidigt, als dieser am Bahnhof Pasing zusteigen wollte. Da der 51-jährige S-Bahn-Fahrer sich dabei der Lautsprecheranlage bediente, konnten zahlreiche Reisende die Beleidigung mit anhören. Bei einem späteren Halt am Hirschgarten trat der S-Bahn-Mitarbeiter laut Polizeiangaben mit seinem Fuß gegen die Hand des Afrikaners, als dieser ein Foto machen wollte, und beschädigte dabei dessen Handy.

Der 21-jährige guineische Staatsangehörige war gegen 19:50 Uhr am Bahnhof Pasing im letzten Moment in die abfahrbereite S-Bahn (S3 Richtung Holzkirchen) gestiegen. Da seine Freundin etwas langsamer war, hielt er die sich schließenden Türen auf, damit sie noch zusteigen konnte. Der Fahrer war darüber so erbost, dass er den Afrikaner per Lautsprecherdurchsage beleidigte.

Der gedemütigte Guineer klopfte daraufhin gegen die Türe zum Triebfahrzeugführer im Innern der S-Bahn. Da niemand reagierte, stieg der dunkelhäutige Krankenpfleger am Haltepunkt Hirschgarten aus, um den S-Bahn-Mitarbeiter am Fenster zur Rede zu stellen. Als der Fahrer auch darauf nicht reagierte, versuchte der Mann, mit seinem Mobiltelefon ein Foto von ihm zu machen. Daraufhin öffnete der 51-Jährige die Türe und trat mit dem Fuß gegen die Hand des Geschädigten, in der dieser das Handy hielt. Das Mobiltelefon fiel daraufhin auf den Bahnsteig, das Display platzte.

Empörung bei den anderen Fahrgästen

Zahlreiche Reisende hatten in der gut besetzten S-Bahn die Beleidigungen des S-Bahn-Fahrers mitbekommen und zeigten sich darüber empört. Eine 35-Jährige und ein 20-Jähriger stellten sich sofort als Zeugen zur Verfügung und begleiteten den gedemütigten Afrikaner zur Bundespolizei am Hauptbahnhof.

Der Fahrer meldete den Vorfall an seine Leitstelle und räumte anschließend bei der Bundespolizei die Beleidigung ein. Er gab auch zu, nach der Hand des Afrikaners getreten zu haben. Allerdings habe er sich durch aggressives Klopfen des Mannes an die Türe im S-Bahn-Innern bedroht gefühlt

 

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