Rollstuhlspende für Gehbehinderte: "Endlich kann ich wieder raus"

Dank einer Spende der Firma Hamberger bekommt die schwer gehbehinderte Margot Montag einen passenden Rollstuhl.
| Anja Perkuhn
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Bei der Stepptanz-Gruppe „Lolly Molly“ war Margot Montag (l.) sehr aktiv – vor dem Unfall und den Rückenschmerzen.
privat Bei der Stepptanz-Gruppe „Lolly Molly“ war Margot Montag (l.) sehr aktiv – vor dem Unfall und den Rückenschmerzen.

München - So ganz angekommen ist die Erleichterung bei ihr noch nicht, als Margot Montag den überdimensionierten Scheck entgegennimmt – zu lange hat die Münchnerin mit der Krankenkasse gerungen, ob die ihr einen passenden Rollstuhl finanziert oder nicht (AZ berichtete). „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und bin dann irgendwann aufgestanden und habe einfach Sauerkraut und Knödel gekocht“, sagt die 78-Jährige.

Als die erste Aufregung vorbei ist, kann sie dann aber Pläne machen: „Endlich kann ich bald wieder raus!“, sagt sie. Seit einem Autounfall hat Margot Montag schreckliche Rückenschmerzen, bekommt immer wieder Schmerzmittel gespritzt, nimmt Morphiumtabletten. Nach einem Schlaganfall kann ihr Mann Wilhelm sie in ihrem alten, schweren Rollstuhl nicht mehr schieben – und einen neuen, leichteren zum Zusammenklappen finanziert die Krankenkasse nicht, weil der nicht im sogenannten Heilmittelkatalog steht.

Sie hätte sich den benötigten Stuhl selbst kaufen müssen – was für das Ehepaar mit Rente und Pflegegeld nicht möglich gewesen wäre.

Das erste Ausflugsziel: das Augustinerkloster Maria Eich

Auf den AZ-Artikel vom November über ihr Schicksal haben sich viele Menschen gemeldet, die der Seniorin helfen wollten – unter anderem die Münchner Firma Hamberger. Mit organisatorischer Hilfe des gemeinnützigen Vereins „Lebensherbst e. V.“, der bedürftige Senioren unterstützt, übernimmt der Großmarkt Hamberger die komplette Rechnung für den ersehnten Rollstuhl.

24 Kilo leicht ist der, elektrobetrieben und zusammenklappbar, damit er ins Auto passt und die Frischluft, die Margot Montag bekommt, nicht mehr nur die ist, die ihr um die Nase weht, wenn sie auf dem kleinen Balkon der Wohnung in Giesing sitzt.

Als Erstes will sie nach Maria Eich bei Planegg fahren, „früher sind wir oft am Augustinerkloster dort gewesen, zwischen den alten Bäumen spaziert“. Nachdem ihr Mann sie nicht mehr schieben konnte, haben sie damit aber aufgehört. „Nun geht es wieder und die Wege dort sind ordentlich und ruhig, das ist perfekt für die erste Fahrt“, sagt Montag.

Und auch einen Besuch bei der Firma Hamberger an der Friedenstraße mit dem neuen Scooter hat die Rentnerin versprochen, um mit Marktleiter Reiner Töpfer und Geschäftsleitungs-Assistent Manuel Di Nardo einen Kaffee zu trinken und das neue Gefährt vorzuführen.

Hamberger spendet außerdem für die Haunersche Kinderklinik und die Kinderkardiologie des Klinikums Großhadern

„Wir sind froh, dass wir jemanden unterstützen konnten, und auch, dass es so eine konkrete Hilfe ist für Frau Montag“, sagt Reiner Töpfer. Wie auch schon in den vergangenen Jahren hat die Münchner Traditionsfirma außerdem noch großzügig gespendet an die Haunersche Kinderklinik an der Lindwurmstraße: 5500 Euro bekommen die kranken Mädchen und Buben. Außerdem gehen ebenfalls 5500 Euro an die Kinderkardiologie des Klinikums Großhadern.

Auch außerhalb der Weihnachtszeit hilft das Unternehmen in der Stadt: Lebensmittel, die nicht verkauft werden, spendet Hamberger beispielsweise der Münchner Tafel.

Den riesigen Scheck will Margot Montag übrigens einrahmen und im Wohnungsflur aufhängen. Dort hängen bisher vor allem Bilder von ihr bei ihrem liebsten Hobby: dem Stepptanzen. Seit sie Rückenschmerzen hat und nicht mehr tanzen kann, schaut sie nicht mehr so gern an die Wände. Das wird sich aber glücklicherweise bald ändern.

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