"Rockavaria"-Abschluss: Internationale Endzeitstimmung

Das Wetter sorgt für die Stimmung, die von zahlreichen Metal-Acts so gerne besungen wird - pünktlich zum Iron-Maiden-Gig wird es wieder besser. Ganz an das Niveau vom letzten Jahr kommt der Festival-Abschluss aber nicht ran.
| Nicolas Freund
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Nach dem Regenguss war es pünktlich zum Iron-Maiden-Konzert wieder trocken im Olympiastadion. Die Bilder
Daniel von Loeper 11 Nach dem Regenguss war es pünktlich zum Iron-Maiden-Konzert wieder trocken im Olympiastadion. Die Bilder
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Das Wetter sorgt für die Stimmung, die von zahlreichen Metal-Acts so gerne besungen wird - pünktlich zum Iron-Maiden-Gig wird es wieder besser. Ganz an das Niveau vom letzten Jahr kommt der Festival-Abschluss aber nicht ran.

München – Die meisten Festivals sind am dritten Tage eine gigantische Müllhalde, über die Horden von Alkoholleichen streifen. Beim Rockavaria geht es am dritten Tag erst richtig los: Das Gelände ist deutlich voller als Freitag und Samstag, man muss am Einlass sogar ein paar Minuten anstehen, und – das Festival ist von einem Tag auf den anderen international geworden. Viele Italiener sind für einen Tag zum Festival angereist und im Publikum werden brasilianische, tschechische und polnische Fahnen geschwenkt. Das liegt auch daran, dass die Headliner des Sonntags, die Heavy-Metal-Legende Iron Maiden, ihren eigenen Fantross dabei haben, aber dazu später mehr. Offizielle Besucherzahlen gab es allerdings bis zum Montag auch auf Anfrage noch nicht.

Hier finden Sie die AZ-Kritik zu Tag 1 von

Auf dem Festival herrscht trotz diesem verspäteten Anfang schon die Endzeitstimmung, von der viele der Metalbands so gerne singen: Für den Abend wurden schwere Unwetter mit Hagel vorhergesagt. Das Krisenmanagement des Rockavaria ist aber wasserdicht. Kurzerhand öffnen die Organisatoren die ohnehin nicht voll besetzte, überdachte Tribüne für alle Besucher.

Gojira, Tremonti und Anthrax: So waren die ersten Konzerte an Tag drei

Die ersten großen Bands des Tages, Gojira, Tremonti und Anthrax dürfen aber noch in der strahlenden Sonne spielen. Erstere liefern mit ihrem vertrackten Prog Metal eine makellose Show ab, die nur wahrscheinlich auf der kleinen Bühne abends besser aufgehoben gewesen wäre. Die Franzosen verabschieden sich mit „Danke schön very much“. Tremonti ist die Band um den Sänger und Gitarristen Mark Tremonti, der auch bei Creed und Alter Bridge spielt und bei all diesen Bands beweist, dass er der Chef ist, wenn es um charakterlose Musik geht. Anthrax sind im Fahrtwasser von Metallica groß geworden und spielen partytauglichen Thrash Metal, der sich im Stadion aber überraschend schnell abnutzt.

Da es bei Tremonti und Anthrax vorne nicht viel zu verpassen gibt, haben sich inzwischen große Publikumsmengen aus der Arena auf die Tribüne zurückgezogen. Den theaterhaften Auftritt von Ghost kann man auch gut im Sitzen ansehen. Ghost sind die Streber der Metalszene und gewinnen ständig irgendwelche Preise, zuletzt sogar einen Grammy für ihre Single „Cirice“. Beim Rockavaria wirken der softe Rock und die affektierte Performance der Gruppe aber etwas dünn.

Eine Gefahr, die bei Slayer wirklich nicht besteht. Die Band hat seit dem Tod von Gründungsmitglied und Songwriter Jeff Hanneman vor drei Jahren etwas zombiehaftes bekommen. Unbeirrt vom Tod spielen sie weiter ihren brachialen Metal, auf den, nach der T-Shirt-Dichte zu urteilen, viele Besucher sehnsüchtig gewartet haben. Mit nur 60 Minuten ist die Spielzeit der Band aber etwas knapp bemessen worden.

Hier geht's zur AZ-Kritik von Tag 2 von

Nach dem Slayer-Hit „Raining Blood“ erreicht dann auch das Gewitter München: Vom Dach des Stadions ergießen sich Wasserfälle, die meisten Besucher haben sich auf die Tribüne gerettet, im Stadion plantschen nur noch ein paar Betrunkene in den Pfützen zum dem überdrehten Mitgröhl-Metal von Sabaton.

Pünktlich zu Iron Maiden hört es auf zu regnen

So schnell das Gewitter gekommen ist, verschwindet es aber auch wieder pünktlich zum Headliner des Festivals: Iron Maiden. Die Briten sind nicht nur mit dem eignen Jumbo-Jet angereist, sie haben auch auf der Bühne eine Art Inka-Tempel mit Lianen und Götzen aufgebaut. Die Mitglieder der Band, alle inzwischen um die 60 Jahre alt, absolvieren auf der Bühne ein Trainingsprogramm, das sich locker mit dem von Iggy Pop messen kann. Kreuz und quer durch den Inka-Tempel flitzen allen voran Sänger Bruce Dickinson und Gitarrist Janick Gers. Die Songauswahl konzentriert sich auf das neue Album „The Book of Souls“ („If Eternity Should Fail“, „Tears of a Clown“). Die Band hat, wie schon erwähnt, nicht nur einen internationalen Fanclub dabei, sondern für die Tour zu diesem Album sogar einen eigenen Tanz: In dem Song „Death or Glory“ heißt es einmal im Text „climb like a monkey” („klettere wie ein Affe”), Fans aus Südamerika haben angefangen, dazu Kletterbewegungen zu imitieren. Inzwischen hat sich der „Tanz“ auf alle Maiden-Konzerte ausgebreitet und sogar die Band selbst macht mit. Um eine solche aktive und selbstironische Fangemeinde können andere Musiker Iron Maiden nur beneiden.

Maiden-Konzerte sind auch immer ein bisschen wie Jahrmarkt. In ihrer Ruinenkulisse haben die Briten eine halbe Geisterbahn versteckt. Eddi, das Zombiemaskottchen der Band, kommt gleich zweimal, erst als riesige, laufende Puppe, dann als gigantischer Luftballon auf die Bühne. Solche Showeinlagen gab es schon in den Achtzigern und sie wirken bei dieser Band gar nicht so albern, wie man meinen möchte. Irgendwie hat sich die Gruppe einen kindlichen Spaß an Monstern und Gruseleffekten bewahrt, den sie mit dem begeisterten Publikum teilt.

In den letzten Jahren flirtete die Band auf ihren Alben ein wenig mit dem Prog Rock und nicht alle der ausladenden, neuen Songs funktionieren im Stadion so gut wie die Zombiepuppe. Iron Maiden hat die Setlist aber mit genug alten Hits zum Auflockern gespickt: Unvermeidlich sind bei jedem ihrer Konzerte „The Number of the Beast“, „Hallowed Be Thy Name“ und natürlich „Fear of the Dark“, bei dem alle mitsingen dürfen.

An den grandiosen Auftritt von Metallica im vergangenen Jahr gelingt es Iron Maiden nicht ganz anzuknüpfen, was aber auch an dem durch das Gewitter etwas geplätteten Publikum liegen kann. Großen Spaß macht die Show der Briten in jedem Fall. Besser als den meisten anderen Metalbands, gelingt es Iron Maiden, genau die richtige Mischung aus Spektakel und Ernsthaftigkeit, musikalischem Anspruch und Krawall zu treffen.

Bands von der Größe und dem Format Iron Maidens werden allerdings immer seltener und das ist für die Festivals ein großes Problem. Denn wer, wenn nicht Iron Maiden oder Iggy Pop soll heute noch ein Stadion füllen?

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