Ringbusse in München: Der MVV schließt den Kreis

Rund um München soll es künftig Ringbusse geben. Und die sollen sogar recht schnell unterwegs sein.
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Bekommt München bald Ringbusse, die den Außenbereich miteinander verbinden? (Symbolbild)
Fabian Nitschmann/dpa Bekommt München bald Ringbusse, die den Außenbereich miteinander verbinden? (Symbolbild)

München - Münchens Verkehrsnetz ist wie eine Spinne, innen dick, nach außen dünn mit langen Ästen. Dass das oft unpraktisch ist, merkt jeder, der nicht von außen ins Zentrum, sondern in eine Nachbargemeinde will. Liegt die an einem anderen S-Bahn-Ast: Pech gehabt. Öffentlich fährt dahin, wenn überhaupt, nur unregelmäßig ein Zuckel-Bus. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und Freistaat wollen das nun ändern: mit einem Busring um München herum. Und der soll sogar express fahren.

Einmal rund um München gehen die geplanten Querverbindungen, die wichtige Umlandgemeinden verbinden sollen. Noch ist das Ganze in einer Planungsphase. Die fünf betroffenen Verbundlandkreise München, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Bad-Tölz-Wolfratshausen haben sich mit Vertretern des MVV, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und der Regierung von Oberbayern zusammengesetzt, um ein Grobkonzept zu erarbeiten (siehe Karte).


Diese Linien (rot) sieht das Grobkonzept für die Ringbusse vor. Gen Süden gibt es von Wolfrathausen noch eine Verbindung nach Bad Tölz (nicht im Bild). Grafik: MVV

Ringbusse: Wichtige Gemeinden sollen miteinander verbunden werden

Dieses sieht keine durchgängige Buslinie vor, sondern sieben aneinander anschließende Teillinien. Diese verbinden mindestens zwei S-Bahnlinien und sollen wichtige Gemeinden und Gewerbegebiete zwischen den Ästen anfahren.

Eine davon gibt es bereits: Der X900 verbindet derzeit Buchenau (S4), Fürstenfeldbruck (S4) und Starnberg (S6) im Stundentakt. Für die Strecke braucht der Bus etwa 50 Minuten. Auf anderen Strecken fahren bereits Busse, etwa der 975er zwischen Starnberg (S4) und Wolfratshausen (S7) – der ist allerdings nicht besonders schnell. Künftig soll es auch möglich sein, zügig etwa von Dachau (S2) über Esting (S3) nach Fürstenfeldbruck (S4) zu fahren. Oder von Wolfratshausen (S7) nach Deisenhofen (S3).

Wo die Busse fahren und wo sie genau halten, steht noch nicht

Details müssen noch geklärt werden. Etwa: Durch welche Straßen fährt der Expressbus? Und: Welche Gemeinde bekommt eine Haltestelle? Da werden sicherlich unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Eine Haltestelle hätten viele kleine Gemeinden gerne, aber ein Expressbus kann natürlich nicht so oft halten, wenn er zügig vorankommen soll. "Dort, wo viele Fahrgäste sind, ist es sinnvoll, das ist eine Abwägungssache", sagt Franziska Hartmann, Sprecherin des MVV, zur AZ.

Ebenfalls noch nicht geklärt ist, wie die Anschlüsse funktionieren. Schließlich kann es sein, dass man mehr als einen der sieben Expressbusse braucht. Steht man dann ewig in Wolfratshausen, um vom X975 in den X320 nach Deisenhofen umzusteigen? "Grundsätzlich ist die Idee, so gute Anschlüsse zu schaffen wie möglich", sagt Hartmann. Allerdings gebe es da einiges zu beachten: Ein Anschluss-Bus zur S-Bahn, den viele Fahrgäste brauchen, sei zum Beispiel wichtiger als eine Verbindung von Bus zu Bus.

Bayern wird die Ringbusse finanziell unterstützen

Und der Takt? Auch hier gibt es noch wenig Konkretes. Je nachdem, wie viele Haltestellen entstehen und wie lange die Fahrzeiten sind, kann der Bus öfter oder seltener fahren. Nur so viel kann Hartmann sagen: "Es soll ein Angebot sein, das regelmäßig stattfindet."

Bei der Finanzierung sieht es zumindest schon einmal gut aus. So hat Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) schon einmal angekündigt, dass der Freistaat die Linien finanziell unterstützen werde.

Bis die Busse fahren, kann es zwei bis drei Jahre dauern

Bleibt noch der Zeitplan. Und da sieht es – obwohl der Bus das am schnellsten umsetzbare öffentliche Nahverkehrsmittel ist – so aus, als wäre man nicht mit Express-Geschwindigkeit unterwegs. Zunächst müssen sich alle Beteiligen über die verbleibenden Details – und das sind ja nicht wenige – einigen. Das könnte noch mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.

Bis dann ein Bus fährt, vergehen zwei bis drei weitere Jahre. Denn die Linien müssen öffentlich ausgeschrieben und die Busse besorgt werden. "Es kann aber sein, dass einzelne Linien früher starten als andere", sagt Hartmann. Also zumindest müssen Fahrgäste nicht warten, bis der komplette Ring umgesetzt ist.

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